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Abriss in Aegidienberg: Nur noch das Gerippe des Hallenbads steht

Abriss in Aegidienberg : Nur noch das Gerippe des Hallenbads steht

Der Abriss des Hallenbades in Aegidienberg ist in vollem Gange. Einige Bereiche der vier Gebäudeteile sind bereits entkernt, nächste Woche kommt der Bagger. Wir werfen einen Blick auf die aktuellen Arbeiten.

Sie waren die definitiv letzten Nutzer der ehemaligen Schulturnhalle Aegidienberg: die Feuerwehrleute, die dort den Erstfall simulierten – und zu Übungszwecken sogar ein Feuer entfachten, um den Einsatz unter Atemschutz zu proben. Die Sporthalle, die seit Ende 2017 durch die neue Zweifachturnhalle ersetzt wird, gehört zu dem Gebäudekomplex, der Platz macht für das neue Hallenbad. Die Entkernung der vier Gebäudeteile – Hallenbad, Umkleiden, Turnhalle und Hausmeisterwohnung – ist in vollem Gange. Ab kommende Woche sollen die Bagger die entkernten Gerippe dem Erdboden gleichmachen. Läuft weiterhin alles nach Plan, wird ab Frühjahr 2020 neu gebaut.

Wie berichtet, hatte die Politik im Februar beschlossen, das seit Ende 2018 wegen schwerer statischer Mängel geschlossene Hallenbad abzureißen. Ersetzt werden soll es durch einen Neubau mit einer gegenüber heute längeren 25-Meter-Bahn. Kostenpunkt brutto: rund 4,9 Millionen Euro. Das alte Hallenbad sowie die angrenzenden Gebäudeteile werden abgerissen. Die Fläche, die dadurch entsteht, wird für den Badneubau sowie dort, wo heute die Turnhalle steht, für eine Außenspielfläche genutzt, so Hans-Joachim Lampe-Booms, Chef der Bäderbetriebe, und sein Kollege Guido Jüssen. Mitte Dezember soll der Abriss abgeschlossen sein. Dann folge die Ausschreibung für den Neubau. Parallel würden schon jetzt Unterlagen für Förderanträge vorbereitet in der Hoffnung auf Zuschüsse von Bund und Land.

Schadstoffe werden sortiert

Schon der Blick ins Innere der Gebäude belegt: Bei einem solchen Abbruch ist es mit der Abrissbirne bei weitem nicht getan. Alle asbesthaltigen Außenschindeln seien mit Blick auf den Schulbetrieb schon vor Beginn des Schuljahres entfernt worden. Doch auch im Inneren gelte: "Alle Schadstoffe werden sortiert, sachgerecht verpackt und getrennt entsorgt," so Lampe-Booms.

Durchgeführt werden die Entkernungs- und Abbrucharbeiten von der Fachfirma ESKA aus Troisdorf, vertreten am Montag durch Bauleiter Helmut Gressel, sowie begleitet von einer Fachingenieurin für Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination auf Baustellen, so der Bandwurm-Fachbegriff. Die Fäden für den Abriss laufen insgesamt beim Ingenieurbüro von Gotthard Grieseler zusammen, der am Montag ebenfalls an Ort und Stelle informierte. Die Kosten alleine für den Abriss beziffert Lampe-Booms mit etwa 250.000 Euro; damit liege die Stadt dieselbe Summe unter den vorherigen Schätzungen für den Abriss, sagte er.

Zwischenwände sind gefallen

Turnhalle, Umkleiden und Hausmeisterwohnung sind bereits entkernt, im Bad machen die Arbeiten sichtlich Fortschritte. Alle Zwischenwände sind gefallen. Der Hubboden im Bad ist bereits entfernt, die Böden im Eingangsbereich sind es ebenfalls und mehrere Container vor der Tür gut gefüllt. Die Arbeiter nehmen quasi jedes Teil einzeln in die Hand, seien es Leuchtmittel wie Neonröhren, Bauteile aus Aluminium oder sonstigem Metall oder Kacheln. In großen, verschlossenen Säcken gesammelt warten Problemstoffe wie Dämmmaterialien auf den Abtransport zur fachgerechten Entsorgung auf der Deponie.

Spannend für Zaungäste wird es, wenn der Komplettabriss ansteht. Aus Sicherheitsgründen ist das gesamte Gelände schon jetzt durch einen Bauzaun abgesperrt. Dies sei umso wichtiger, da das Schuljahr begonnen hat, so Lampe-Booms. Mit der Schulleitung fänden monatlich Gespräche statt, um die Arbeiten zu koordinieren und die – nicht immer vermeidbaren – Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. Eine andere Baustelle auf dem Gelände jedenfalls soll bald beendet sein: Das Begegnungshaus werde voraussichtlich im Oktober fertig.