Feriennaherholung in Bad Honnef: Kinder im Rio-Fieber

Feriennaherholung in Bad Honnef : Kinder im Rio-Fieber

Beim Hockey-Club lernen die Mädchen und Jungen, die an der Feriennaherholung des Stadtjugendrings teilnehmen, eine olympische Sportart kennen. Trainer zeigen ihnen Schlägerhaltung und Schusstechnik - und es ist manches Talent dabei.

Die deutschen Hockey-Herren sind sogar die Titelverteidiger bei den Olympischen Spielen in Brasilien. Rio-Fieber hat sich auch bei den 170 Teilnehmern der Feriennaherholung (FNE) des Stadtjugendrings ausgebreitet. Beim Hockey-Club Bad Honnef (HCH) schnuppern sie in diesen Sport hinein. Jedes Kind erlebt auf diese Weise zwei Stunden Hockey-Feeling auf dem vereinseigenen Platz des HCH.

In der grünen Oase zeigten ihnen Wilhelm Strohmeier, der zweite Vorsitzende, und Kassenwart Benny Karrenbauer das ABC dieses Spiels. Und das bereitete den Kindern eine Menge Spaß. Wie die echten Olympioniken kämpften sie um jeden Ball. „Einsammeln, einsammeln“, rief Wilhelm Strohmeier den sechs Kindern einer Staffel zu. Fünf nebeneinander aufgereihte Feldhockeybälle mussten von jedem Spieler nacheinander ins Tor geschossen werden. Gar nicht so einfach.

Für jeden nicht getroffenen Ball, wurde dem Sportler eine Strafrunde um das Tor herum aufgebrummt. Denn dieses Spiel nannte sich „Hockey-Biathlon.“ Und auch das Aufsammeln der Bälle musste schnell gehen, denn die Zeit lief. Die Ferienfreizeit-Trainer entdeckten einige Talente. Strohmeier: „Mindestens ein Kind aus jeder Gruppe hat schon Gefühl für den Schläger.“

Ciara findet es "anstrengend"

Fee etwa hatte den Trick raus. Alle Fünfe für die Neunjährige. „Man muss sich nur richtig hinstellen und zielen“, meinte die künftige Hagerhof-Schülerin, die bereits Bodenturnen und Ballett beim Turnverein Eiche macht. „Hockey bereitet mir Spaß“, sagte Ciara (10). „Aber es ist anstrengend, den Schläger richtig zu halten.“ Sie tanzt seit Jahren in der Ballettschule Michael Kares. Immerhin vier von fünf Bällen bretterte Charlotte (8) ins Tor. Auch sie ist eine Tänzerin – bei den „Rheindiamanten“.

Strohmeier feuerte die Kinder an und sparte auch nicht mit Lob: „Echt toll, wie ihr getroffen habt.“ Alice (10) fand es „aufregend, eine neue Sportart kennenzulernen“. Aber auch sie tanzt in der Ballettschule Kares. Und sie stellte fest: „Hockey wäre nichts für mich.“ „Rheindiamant“-Tänzerin Lilian (7) hatte zwar Spaß auf dem Hockey-Platz. „Aber eine Sportart wäre es nicht für mich. Ich bin eher ein Chill-Mensch.“

Der achtjährige Tim spielt im Moment lieber mit seinen Hasen Judy und Sky. „Aber ich suche nach einer Sportart. Zu einem Prozent wird es Hockey. Vielleicht fange ich aber auch wieder mit Fußball an.“ Die beiden zehnjährigen Henri und Felix gehörten der Siegermannschaft an. Kein Wunder: Beide hatten dreimal alle Fünfe ins Tor gefegt. „Das ist ein Mannschaftssport, man muss gegenseitig Vertrauen haben. Das gefällt mir sehr“, sagte Henri, der bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft schwimmt. Die Freude am Hockey war beiden Jungs anzumerken. Sie hielten die Stöcke schon wie „die Großen“.

Die Küchenmannschaft sorgt für die Stärkung

Henrike (10), Geräteturnerin beim ATV Selhof, fand: „Das ist richtig schwer. Mit der linken Hand muss man den Schläger oben halten und mit der rechten unten.“ Wilhelm Strohmeier erklärte: „Es gibt keine Hockeyschläger für Rechts- und Linkshänder getrennt.“ Marie (9) und Elena (8) gefiel es ebenfalls auf der HCH-Anlage. Hockey-Baseball, bei dem der Spieler mit dem Schläger die geworfenen Tennisbälle treffen musste, und Trippel-Slalom wurden ebenfalls durchgeführt. Nach zwei Stunden auf dem Platz ging es auf die HCH-Oase, wo der Hockey-Club auch Getränke ausgab. Hier bezog die Küchenmannschaft der Feriennaherholung die Hütte des HCH, um das Picknick vorzubereiten. Sogar frische Waffeln wurden gebacken.

Victoria Clegg (10), die seit sieben Jahren zur Helfercrew der Feriennaherholung gehört, meinte: „Diesmal steht das Programm unter dem Motto ,Olympische Spiele‘. Wir besuchen das Sportmuseum in Köln und das Trampolini.“ Und Kathrin Krämer (17), die nach ihrer Zeit als Teilnehmerin der Feriennaherholung vor drei Jahren in die Helferriege aufrückte, kündigte an: „Außerdem werden wir den Kindern weitere verschiedene olympische Disziplinen nahebringen. Wir gehen ins Stadion und bei gutem Wetter auch ins Schwimmbad.“

Die nächsten beiden Wochen werden also sehr sportlich. Und vielleicht macht es den Kindern so viel Spaß, dass sie sich danach einem Verein anschließen. Der Hockey-Club gewann im vergangenen Jahr sage und schreibe 20 Kinder aus der FNE.

Wer beim Hockey-Club trainieren oder an einigen Trainingstagen den Sport kennenlernen möchte, meldet sich bei Jugendwart Christian Rogon, 0 22 24/9 89 11 33.