Honnefer Funkamateure reisen nach Berck-sur-Mer: Aus dem Leuchtturm in die Welt

Honnefer Funkamateure reisen nach Berck-sur-Mer : Aus dem Leuchtturm in die Welt

In diesem Sommer feiern Bad Honnef und das französische Berck-sur-Mer ihre 40-jährige Städtepartnerschaft. Für den Ortsverband Bad Honnef des Deutschen Amateur Radio Clubs ist das Anlass, von einem besonderen Sendeplatz aus zu funken.

Der Ortsverband Bad Honnef des Deutschen Amateur Radio Clubs steht vor einer Premiere. Noch nie haben die Funkamateure von einem Leuchtturm aus gesendet, und nun richten sie ihre Sende- und Empfangszentrale auch noch in einem ganz speziellen Exemplar ein: im phare, wie Leuchtturm auf Französisch heißt, der Partnerstadt Berck-sur-Mer. In einer Gruppe mit etwa zehn Mitgliedern machen sich die Funkamateure dorthin auf den Weg, berichtet der Vorsitzende Stefan Scharfenstein. Anlass ist das 40-jährige Bestehen der Partnerschaft, das die Funker mit dieser Aktion feiern wollen. Von Freitag, 19. August, bis Sonntag, 21. August, sind sie unterwegs.

Vor zwei Jahren haben Hans Eckhard Krüger, Ehrenvorsitzender des Partnerschaftskomitees, und er „darüber philosophiert“, wie das Jubiläum denn gefeiert werden könne, erzählt Scharfenstein. Dabei sei die Idee entstanden, die bestehende Städtepartnerschaft mit dem Internationalen Leuchtturm- und Feuerschiff-Wochenende zu verbinden. So entstand die Idee, den Leuchtturm als Ort auszuwählen.

Auch die Leuchtturmgesellschaft musste das Okay geben

So schnell die Idee entstand, so lang war dann der Prozess, bis alles organisiert war. Bereits Anfang des vergangenen Jahres schauten sich Vereinsmitglieder in Berck-sur-Mer und am Gelände um den Leuchtturm um, um die Örtlichkeit zu sondieren. Allerdings gab es noch bürokratische Hürden: Die französische Kommunikationsbehörde musste den Funkbetrieb genehmigen, so Scharfenstein: „Wir mussten sogar den Bürgermeister und die französische Leuchtturmgesellschaft überzeugen.“

Mittlerweile liegen sämtliche erforderlichen Genehmigungen vor. „Das hat schon ein paar Wochen und Monate gedauert“, zieht der Vorsitzende Bilanz. Abgeschlossen sind die Vorbereitungen damit aber noch nicht. Die Ausrüstung muss noch zusammengestellt und die technischen Geräte vor der Fahrt noch einmal getestet werden. „Wir müssen prüfen, ob auch alles so miteinander funktioniert, wie wir uns das vorstellen“, so Scharfenstein. Inzwischen ist er zuversichtlich: „Die Packliste ist erstellt.“

Rahmen ist das Internationale Lighthouse und Lightshipping-Weekend

Und die ist lang, denn die Funker übernachten keineswegs in einem Hotel, sondern in Zelten direkt am Leuchtturm. Neben den Funkgeräten und allem Zubehör kommen also unter anderem Zelte, Sitz- und Kochgelegenheiten ins Gepäck. Einen geschlossenen Autoanhänger packen sie voll für die Tour. Auf den Leuchtturm selbst werden die Honnefer jedoch nicht steigen. „Es werden nur die Antennen oben angebracht. Wir befinden uns am Fuß des Leuchtturms.“

Den Termin haben die Funker bewusst ausgewählt, denn es ist das Internationale Lighthouse und Lightshipping-Weekend, an dem seit 1993 Funkamateure aus aller Welt teilnehmen. Wie der Aufenthalt genau abläuft, weiß Scharfenstein selbst noch nicht: „Das überlassen wir dem Zufall.“ 50 Kilometer weiter haben sich Holländer an einem Leuchtturm angekündigt – vielleicht kommen die Honnefer ja mit ihnen in Kontakt. Die Überraschungen seien bei solchen Funkerevents eben das Besondere. „Das ist das Schöne: dass man nicht weiß, wen man bekommt.“