Flüchtlinge in Bad Honnef: Die ersten Familien ziehen in die Flüchtlingsunterkunft

Flüchtlinge in Bad Honnef : Die ersten Familien ziehen in die Flüchtlingsunterkunft

42 Bewohner, die bislang von der Stadt gemieteten Wohnungen lebten, richten sich in den Mobilheimen in Rottbitze ein. Neun der 36 Container werden zunächst belegt. Die Stadt will sozialverträglich vorgehen. Bis August ist rund um die Uhr ein Sicherheitsdienst im Einsatz.

Die ersten Flüchtlingsfamilien ziehen jetzt um in die Mobilheime am Rederscheider Weg. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Zunächst sei eine Belegung mit 42 Personen geplant. Neun der 36 Mobilheime würden belegt. Es seien Familien, deren Kinder weder eine Kindertagesbetreuung, noch eine Schule oder Offene Ganztagsschule im Talbereich der Stadt besuchen. So werde es vermieden, eine beginnende Integration zu stören. Sozialverträglich vorgehen wolle man auch bei der Belegung der Mobilheime: Obwohl diese für je acht Personen ausgerichtet seien, werde darauf verzichtet, kleinere Familien zusammen mit Fremden unterzubringen und so die Mobilheime sozusagen „aufzufüllen“.

Wie berichtet, hat die Stadt Bad Honnef das Gelände am Rederscheider Weg seit dem 1. Dezember 2015 gepachtet. 36 Mobilheime für maximal 288 Personen wurden dort errichtet, inklusive einer komplett neuen Infrastruktur mit Strom- und Wasserversorgung. Anwohner hatten Mitte April Gelegenheit, sich die Anlage anzusehen. Gut 400 Bürger nahmen diese Gelegenheit war. Der Erstbezug hatte sich dann immer wieder verschoben.

Vor dem jetzigen Bezug hatte nochmals eine Bauabnahme stattgefunden. Dabei wurde kontrolliert, ob alles funktioniert. Fabiano Pinto, Leiter des Geschäftsbereichs Städtebau, betonte, die Aufstellung der Mobilheime und deren Ausstattung sei mit viel „Aufwand und Schweiß“ für die Mitarbeiter verbunden gewesen. Pinto: „Aber diese Mühe hat sich gelohnt.“ Die Wohnungen, in denen die Flüchtlinge bisher untergebracht gewesen sein, habe die Stadt gemietet. Viele Mietverträge seien befristet gewesen und liefen nun aus.

Bis zum 1. August sei ein Sicherheitsdienst rund um die Uhr für das Gelände zuständig. Auch über diesen Tag hinaus sei der Sicherheitsdienst nachts und am Wochenende anwesend. Tagsüber sei dann ein Mitarbeiter der Stadt vor Ort sowie zusätzlich an drei Tagen ein Sachbearbeiter, der sich um die Belange der Flüchtlinge kümmere.

Die Flüchtlinge seien über den Umzug rechtzeitig informiert worden. Organisiert werde dieser vom Fachdienst Asyl. Pro Tag würden ein bis zwei Mobilheime belegt, damit genug Zeit sei, die Menschen mit Hilfe eines Dolmetschers einzuweisen. Elektrogeräte, Sanitäranlagen und Sicherheitsvorrichtungen würden erklärt. Die Flüchtlinge müssten sich zugleich selbst um Haushalt und Ordnung wie Waschen und Putzen kümmern. Für gemeinschaftlich genutzte Sanitäranlagen gebe es einen Putzplan, insgesamt für das Mobilheim-Dorf eine Hausordnung. Die meisten Personen besuchten einen Deutschkursus oder gingen einer gemeinnützigen Tätigkeit nach.

Während andernorts Unterkünfte wieder abgebaut werden, sollen die freien Kapazitäten in Rottbitze für die weitere Unterbringung genutzt werden, wenn Mietverträge auslaufen. Auch auf eventuelle weitere Zuweisungen von Flüchtlingen – wenn auch noch keine Ankündigung vom Land vorliegt – wolle man vorbereitet sein, so die Stadt. Die Menschen, die vor Krieg und Gewalt geflüchtet seien, lebten nur zeitlich befristet in den Mobilheimen. Nach Anerkennung als Asylbewerber sollen sie sich auf dem freien Wohnungsmarkt eine Bleibe suchen. Wie lange es im Einzelfall dauere, bis die Anerkennung erfolgt, sei aber sehr unterschiedlich. Fragen zu dem Thema beantwortet der Fachdienst Asyl, 0 22 24/ 18 41 94, E-Mail: asyl@bad-honnef.de