Ausstellung im Kunstraum Bad Honnef: Am liebsten malt er bei Musik

Ausstellung im Kunstraum Bad Honnef : Am liebsten malt er bei Musik

Erich Krikkis zeigt 50 Bilder im Kunstraum am Rathausplatz. Der 90-Jährige setzt Impressionen von Reisen im In- und Ausland auf Leinwand um - doch Wasser ist sein bevorzugtes Motiv.

Wasser ist für ihn Leben. Erich Krikkis kam in Nienburg an der Weser zur Welt, und er wurde Diplom-Ingenieur für Wasser- und Straßenbau. Und nun zeigt der 90-Jährige im Kunstraum des Vereins zur Förderung von Kunst und Kultur in Bad Honnef eine feine Auswahl von Bildern, die unter dem Motto „Wasser – Impressionen“ steht. Natürlich ist der Rhein, an dem er seit mehr als 40 Jahren lebt, vertreten. Er ist Motiv in Kombination mit dem Drachenfels oder mit der ankernden Aranka. Aber auch Themen, die ihn bei Reisen ins Ausland oder innerhalb Deutschlands inspirierten, sind in der Schau mit 50 Arbeiten zu entdecken.

Erich Krikkis malte schon immer gern. So richtig legte er nach seiner Pensionierung 1989 los. Sein früherer Kollege aus dem Bundesverkehrsministerium, Heinz Neubauer, stellte bei der Einführung in die Ausstellung anerkennend „eine deutlich sichtbare Entwicklung“ fest. Neubauer: „Ursprünglich fast ausschließlich in Öl arbeitend, mit filigraner Ausarbeitung bis ins Detail und zarter, mitunter fast etwas kleinlich wirkender Strichführung, ist sein Stil im Laufe der Zeit lockerer geworden, seine Strichführung mutiger, kühner.“

Nach dem Krieg bekam er für seine Bilder Zigaretten

Heute begeistere ihn die zunehmende Leichtigkeit von Krikkis‘ Malweise, wie sie zum Beispiel in der überhängenden Düne am Meer zur Geltung komme. Immer mehr lasse er Farben und abstraktere Formen sprechen. Anrührend wirke auch die Lichtstimmung am Meer, das Zusammenspiel von Wellen und Wolken. Erich Krikkis ist Autodidakt, seinen ersten Malkurs belegte er mit 71 Jahren bei Gerhard Heinrich in der Toskana. Er nutzte darüber hinaus Reisen mit seiner Frau Lucia, um Kontakte zu professionellen Künstlern aufzunehmen. Die Präsentation seiner Bilder bei Professor Jürgen Knabe in Köln wirkte geradezu beflügelnd.

Auch in diesem Jahr war Erich Krikkis schon fleißig, wie etwa das fröhliche Aquarell der Badenden zeigt. Er male, weil es ihm Spaß bereite, sagt er. Nach dem Krieg verdiente er mit seinen postkartengroßen Bildern pro Stück 20 Zigaretten. Seine Werke waren begehrte Souvenirs für die englischen Besatzungssoldaten. Als seine Frau zwei solcher Arbeiten später in einer Mappe fand, schenkte sie ihrem Mann einen Aquarellmalkasten. Beim Malen hört Erich Krikkis klassische Musik: „Es gibt nichts Schöneres.“

Die Ausstellung im Kunstraum am Rathausplatz ist bis zum 31. Juli, jeweils donnerstags und freitags von 16 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 13 Uhr, zu sehen.

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