Gläubige beten vor dem Schultor

Gläubige beten vor dem Schultor

Protest gegen neue Regelung an der Godesberger König-Fahd-Akademie

Bad Godesberg. (nfz) Am Dienstagnachmittag, gegen 13.30 Uhr: Zwei Schülerlotsen der König-Fahd-Akademie wachen darüber, dass die Kinder sicher über den Zebrastreifen der Mallwitzstraße gelangen. Zur gleichen Zeit werden vor dem Eingangstor der Akademie Gebetsteppiche ausgelegt, etwa 20 Männer muslimischen Glaubens knien in Dreierreihen und verrichten ihr Mittagsgebet. Auf die Frage, warum sie gerade an dieser Stelle beten, sagt einer der Männer: "Das spricht doch für sich."

Gemeint ist die Tatsache, dass die Moschee der Akademie in der Woche nur noch von Schülern und Lehrern benutzt werden darf. Diese Regelung hatte das deutsch-saudische Komitee Anfang Februar getroffen ( der GA berichtete).

Das Komitee war gegründet worden, nachdem bekannt geworden war, dass die König-Fahd-Akademie ein Anziehungspunkt für islamistische Extremisten darstelle. Lediglich das große Freitagsgebet ist von dieser Regelung ausgenommen.

"Wir können nicht mehr in der Moschee beten, wie wir es gewohnt sind", sagt ein anderer aus der Gruppe, "also tun wir es hier." Ob es sich also um ein Protestgebet handele? "Das können Sie so auffassen." Ein Dritter wird noch deutlicher: "Dass man die Moschee geschlossen hat, ist nicht zivilisiert. Das passt nicht zu Bonn und zur Bundesrepublik. Wenn ein Pfarrer Mist gemacht hat, wird schließlich auch keine Kirche geschlossen."

Die Gruppe, nach eigenen Aussagen alle "aus der Nachbarschaft", will die fünf vorgeschriebenen Gebete - morgens, mittags, nachmittags, abends und nachts - so lange vor dem Tor der Akademie abhalten, bis die Gläubigen wieder in die Moschee zurückkehren können.