Stadt Bonn zieht alle Register der Information

Stadt Bonn zieht alle Register der Information

Pläne für den Bahnhofsvorplatz werden vor Ort und im Internet den Bürgern vorgestellt

Bonn. Mit dem Hubschrauber über die Neubauten vor dem Hauptbahnhof fliegen und in aller Ruhe die geplanten Gebäude ansehen. Geht nicht? Geht wohl.

Die Stadt Bonn zieht jetzt alle Register, um die Bürger über die Planung für das Eingangstor Bonns ( der GA berichtete) zu informieren. Dazu gehört auch der virtuelle Flug im Internet, der ab Mittwoch unter www.bonn.de möglich sein soll. Neu ebenfalls: Filme und Standbilder zeigen auch die Perspektiven aus Sicht der Fußgänger.

Für Stadtbaurat Sigurd Trommer, der am Dienstag mit Projektleiterin Sabine Ludolph und Wirtschaftsförderer Martin Ogilvie das erste von 250 Hinweisplakaten aufhängte, hat es so etwas noch nicht gegeben. "Eine solche Bürgerbeteiligung ist ein Novum", sagte er und lud die Bonner ein, sich über die Planung zu informieren.

Dazu haben sie nicht nur im Internet Gelegenheit. Ab kommendem Freitag soll ein Info-Container auf der ersten Zwischenebene des Bonner Lochs stehen. Dort werden dann CAD-Animationen, Modelle und Pläne gezeigt, stehen auch Experten für Fragen zur Verfügung und es sind Infos zu Investor, Verfahren und politischen Beschlüssen abrufbar.

Und wem das noch zu theoretisch ist: Ab Samstag, so die Prognose der Stadt, soll ein Gerüstturm stehen, der die Höhe des geplanten Neubaus vor dem Bahnhofsgebäude zeigt (14,50 Meter) und die Gebäudegrenzen in der Fußgängerzone markiert. Dafür hatte der Arbeitskreis zur Erhaltung des historischen Stadtgefüges erfolgreich gekämpft. Und zum guten Schluss organisiert die Stadt noch eine Bürgerversammlung am Mittwoch, 21. April, im Stadthaus.

Ob die Pläne dann Realität werden, entscheidet der Stadtrat am 13. Mai. Gibt er seine Zustimmung, will der Investor bereits ab Oktober die Tiefgaragenausgänge verlegen und ab Januar mit der Bebauung des Bonner Lochs und dem Parkplatz beginnen.

Wie wichtig es für die Stadt ist, auf einer "Brache" nach 30 Jahren Stillstand ein neues Stadtquartier einzurichten, machte nicht nur Trommer deutlich. Wirtschaftsförderer Ogilvie sagte, wenn ein Bewerber 115 Millionen Euro investieren wolle, zeuge das auch vom Vertrauen in die Kaufkraft des Wirtschaftsstandortes Bonn.

Weil "nur" 13 000 Quadratmeter neue Geschäftsflächen hinzukämen, davon 4 000 für einen Elektronikmarkt, sieht er keine Probleme für den Bonner Einzelhandel. Ogilvie: "Das Projekt ist eine gute und wesentliche Ergänzung für die City."

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: " Ein zweiter Blick lohnt"

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