Campingplatz in Sinzig: Morddrohungen auf Anlage in Westum?

Ferien- und Erholungsanlage : Morddrohungen auf Campingplatz in Sinzig-Westum?

Der Verpächter des Westumer Campingplatzes spricht von Morddrohungen und Beschimpfungen: Siegfried Heuser hatte den Nutzern der Anlage gekündigt. Seither herrschen auf der Ferien- und Erholungsanlage große Aufregung und Empörung.

„Seitdem ich allen Pächtern des Campingplatzes die Kündigung ausgesprochen habe, schlagen die Wellen hoch.“ Eine Einschätzung, mit der Siegfried Heuser aus dem Sinziger Ortsteil Westum sehr richtig liegt. Auslöser der Kündigung seien gesundheitliche Probleme, „die nicht voraussehbar waren“, fügte der 74-jährige Campingplatzbetreiber hinzu. Auch habe er keinen Nachfolger gefunden, der die Ferien- und Erholungsanlage weiter führen wollte.

Wie berichtet, hatte Heuser den Nutzern der Anlage die Kündigung ausgesprochen. Bis Ende August sollen demnach alle Bauten abgerissen sein. In erster Linie handelt es sich um Holzhäuschen, die allerdings von zahlreichen Bewohnern auch als erster Wohnsitz genutzt werden. Sie suchen nun händeringend eine neue Bleibe. Betroffen von der Kündigung sind rund 120 Pächter, die Grund und Boden nutzen, die Aufbauten jedoch selbst bezahlt haben. Im Glauben, noch Jahrzehnte dort bleiben zu können, wie sie gegenüber dem General-Anzeiger versicherten.

Nach Mitteilung der Stadt sind allerdings zahlreiche Häuschen ohne jede Baugenehmigung errichtet worden. Es fehlt der Brandschutz, verschiedene Auflagen seien nicht erfüllt. „Die Tatsache, dass zahlreiche Bauten auf den Pachtgrundstücken nicht den brandschutzrechtlichen Bestimmungen entsprechen, macht eine Schließung für mich unumgänglich“, meint Heuser hierzu.

Alle Pächter hätten einen Vertrag mit einer Kündigungsfrist. Fristgerecht zum 31. März habe der Campingplatzbetreiber allen Pächtern gekündigt. „Es ist verständlich, dass diese Situation für manche Personen problematisch ist“, führte Heuser aus. 16 der Bewohner (Platznutzer sprechen von 42) hätten schließlich ihren ersten Wohnsitz auf dem Hellenbach-Campingplatz. Heuser: „Damit alle die Möglichkeit haben, ihre Plätze vollständig zu räumen, ihre Holzbauten abzubauen und sich andere Stellplätze zu suchen, habe ich mit der fristgerechten Kündigung zum 31. März eine Fristverlängerung bis 31. August eingeräumt.“

Für Heuser ist klar, dass es kein Zurück gibt

Er selbst sei erst seit 2015 Eigentümer des Campingplatzes, den Heuser bis dahin kommissarisch für seine inzwischen verstorbenen Eltern geführt habe. „Zu dieser Zeit standen bereits alle Aufbauten, die jetzt aus Brandschutzgründen abgebaut werden müssen“, unterstrich er. Alle Pächter der Parzellen des Campingplatzes seien mit Abschluss ihrer Pachtverträge darüber informiert, dass die vorhandenen Holzvorbauten und zukünftige zusätzliche Baumaßnahmen verboten sind. Dies sei zudem auch auf der Infotafel am Sanitärgebäude für jeden ersichtlich. Heuser: „Seit Jahren schon fordere ich die Camper auf, die nicht genehmigten Holzvorbauten zu entfernen – vor allem wegen der brandschutzrechtlichen Bestimmungen.“

Seit er die Kündigungen übermittelt habe, bekomme er „Morddrohungen“ und werde von einigen Bewohnern „teils auf das Übelste“ beschimpft. Heuser: „Das wundert und enttäuscht mich.“

Weiter sei behauptet worden, die Stadt Sinzig habe eine Nutzungs- und Bebauungsplanänderung angeboten, was Heuser angeblich 26 000 Euro gekostet hätte. Der Campingplatzeigner weist das und auch die Unterstellung, er habe dies abgelehnt, weit von sich: „Das ist falsch und unrealistisch.“

Vor einigen Tagen trafen sich nun Vertreter der Kreisverwaltung Ahrweiler und der Stadt Sinzig mit Heuser – wegen der Morddrohungen angeblich auf Anordnung der Behörden unter Polizeischutz – zu einer Ortsbesichtigung. In dem Gespräch wurde die weitere Vorgehensweise abgestimmt.

Für Heuser ist indes klar: Es gibt kein Zurück mehr – die Anlage wird aufgegeben.