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Haupt- und Finanzausschuss Ahrweiler: Submission, oder wie man sich selbst disqualifiziert

Haupt- und Finanzausschuss Ahrweiler : Submission, oder wie man sich selbst disqualifiziert

Vielleicht gehen im Saarland die Uhren ja doch anders, und es wird noch in Franc gerechnet. Anders ist ein Submissionsgebot kaum zu verstehen, das am Montag dem Haupt- und Finanzausschuss des Kreises vorlag.

Es ging um eine Stützmauer oberhalb von Dernau an der Kreisstraße 35. Das Bauwerk stammt aus dem Jahr 1905 und löst sich altersbedingt in seine Bestandteile auf. Der Landesbetrieb Mobilität will diese jetzt teilweise durch Betonspritzguss verstärken und durch eine Gabionenwand, also Bruchsteine in Körben, ersetzen. Den Zuschlag dafür erteilte der Ausschuss einer Wittlicher Firma für rund 230.000 Euro. Und was wollten die Saarländer haben: stolze 734.856,90 Euro. Und warum macht man dann bei einer Ausschreibung mit? Ein Bauexperte nannte dem GA die Antwort: "Erstens bleibt man im Gespräch, und zweitens passiert es immer wieder, dass man mit solchen Preisen doch zum Zuge kommt." Pech für die Saarländer: Im AW-Kreis wird gerechnet und vorkalkuliert - auch in den Kommunen.

Ausgeschrieben war auch der Ausbau der Kreisstraßen 31 und 33 in der Ortsdurchfahrt von Berg. Hier ging der Auftrag für rund 348.000 Euro an eine Firma aus Jülich. An beiden Ausschreibungen hatten sich keine Firmen aus dem Kreis Ahrweiler beteiligt.

Zur Kenntnis genommen hat der Werksausschuss des Eigenbetriebes Schul- und Gebäudemanagement, der am Montag auch tagte, den Zwischenbericht zum Wirtschaftsplan. Ergebnis: Die Kosten sind im gesteckten Rahmen, ein Nachtrag ist nicht nötig.