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Kommentar zum Tarifabschluss in der Metallbranche Baden-Württemberg: Abschluss mit Strahlkraft

Kommentar zum Tarifabschluss in der Metallbranche Baden-Württemberg : Abschluss mit Strahlkraft

Die Einigung im Pilotbezirk Baden-Württemberg hat das Zeug, weit über die Metall- und Elektroindustrie auszustrahlen und als Vorbild für andere Branchen zu dienen.

Es war der härteste Arbeitskampf in der Metall- und Elektrobranche seit vielen Jahren. Auch wenn sich die Beschäftigten in den vergangenen Wochen auf Warnstreiks beschränkten, verursachten die Produktionsausfälle Umsatzeinbußen in Höhe von Hunderten Millionen Euro. Dabei nahmen die Metaller die Lohnausfälle auf die eigene Kappe, weil es sich eben nur um Warnstreiks handelte. Dass sie dazu bereit waren, unterstreicht ihre Entschlossenheit. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Die Ent- und Geschlossenheit der gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten hat auch die Arbeitgeber beeindruckt. Einen längeren Arbeitskampf wollten sie nicht riskieren. Wichtiger als die Entgelterhöhungen sind in dem Tarifabschluss die Regelungen zur Arbeitszeit. Sie haben das Zeug, weit über die Metall- und Elektroindustrie auszustrahlen und als Vorbild für andere Branchen zu dienen. Während SPD-Politiker die Flexibilisierung der Arbeitszeit gesetzlich vorantreiben wollen, haben die Tarifparteien nun selbst gehandelt. Das ist auch gut so, denn dort kennt man die Erfordernisse der eigenen Branche besser.

Die Rechte der Arbeitnehmer zu stärken, wenn es um Verringerung beziehungsweise Ausweitung der Arbeitszeit geht, ist notwendig, denn die Gesellschaft verändert sich. Auf der anderen Seite bekommen die Arbeitgeber noch einen Schritt bei der Lockerung der 35-Stunden-Woche in die Tür. Es wird nicht der letzte Schritt sein.