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Kommentar zu Donald Trumps Tweets: Spaltung als Strategie

Kommentar zu Donald Trumps Tweets : Spaltung als Strategie

Vier weibliche Kongressabgeordnete werden zum Ziel von Trumps Abscheu gegen Migranten. Donald Trump lebt von der Spaltung der USA, kommentiert Frank Herrmann.

Donald Trump lebt von der Spaltung der USA. Es half ihm, 2016 die Wahl zu gewinnen, indem er sich der Abstiegsängste weißer Malocher bediente. Indem er die Verunsicherung in Zeiten der Globalisierung ausnutzte. Indem er Migranten zur Bedrohung erklärte und das düstere Szenario eines Landes entwarf, das man bald nicht mehr wiedererkenne, wenn dem demografischen Wandel nicht Einhalt geboten werde. Es ist das Konzept, mit dem er nun auch in den Wahlkampf des Jahres 2020 zieht.

Je größere Schatten das Duell vorauswirft, desto polemischer schießt er sich auf seine Gegner ein. In Trumps verzerrter Skizze handelt es sich um die radikale Linke, um Leute, die er zu Fremdkörpern stempelt, de facto zu Nicht-Amerikanern. Zumal sie etwas durch und durch Un-Amerikanisches anstreben, nämlich den Sozialismus.

So schockierend die Aussage ist, vier weibliche, nicht-weiße Kongressabgeordnete – drei von ihnen in den USA geboren – mögen zurückkehren in ihre Heimatländer, so wenig überrascht sie. Auf rassistisches Gedankengut hat er sich schon eingelassen, da war an eine Bewerbung fürs Oval Office noch gar nicht zu denken. Schon damals wiederholte er abstruse Gerüchte, nach denen Barack Obama in Afrika geboren wurde, weshalb er zu Unrecht im Weißen Haus residiere. Später, als Präsident, klagte Trump über „Dreckslochländer“ in der Karibik und Afrika, aus denen zu viele Migranten einwanderten. Als Neonazis mit Fackeln durch Charlottesville zogen, sprach er von den feinen Leuten, die es auf beiden Seiten gebe.

Statt zu löschen, gießt Trump Öl ins Feuer. Das Auseinanderdividieren der Vereinigten Staaten ist der rote Faden seiner Präsidentschaft.