Haus der Geschichte online: Alles neu im neuen Jahr

Haus der Geschichte online : Alles neu im neuen Jahr

Der völlig überarbeitete Internetauftritt des Hauses der Geschichte überzeugt mit ansprechender Optik, großen Bildern, einer optimierten Menüführung und klaren Struktur.

Zugegeben: Es ist nicht ganz einfach, die etwas verwirrende Struktur der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zu erklären – mit dem Mutterhaus in Bonn, dem Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig, dem Tränenpalast und der Kulturbrauerei in Berlin sowie einer Reihe von Wanderausstellungen, die durch die Republik touren.

Die frühere Homepage erleichterte zwar die Orientierung, war aber arg umständlich zu bedienen, schien jedenfalls nicht mehr zeitgemäß. Mit ansprechender Optik, großen Bildern, einer optimierten Menüführung und klaren Struktur präsentiert sich nun der völlig überarbeitete Internetauftritt der Stiftung. Die Frankfurter Agentur Markwald Neusitzer Identity, die für die Salzburger Festspiele und das Ballett am Rhein gearbeitet hat, Corporate-Design-Konzepte für die Kunsthalle Mannheim, die Frankfurter Schirn und die Deutsche Oper am Rhein entwickelte, hat für das Haus der Geschichte ganze Arbeit geleistet.

Der Internetsurfer wird von einer ersten Seite empfangen, die, nach unten gescrollt, eine Vielzahl von grafisch sehr gelungen arrangierten aktuellen Informationen anbietet, vom neuen Dach, das angekündigt wird, bis zu aktuellen Ausstellungen und Bildungsangeboten, die kurz angerissen werden und zum Anklicken animieren. Ein Veranstaltungskalender, die Rubrik #OnThisDay mit Geschichten zu „Was geschah heute vor...“ (am 31. Dezember wird an den Abschied von der D-Mark im Jahr 2001 erinnert) sowie Hinweise auf Museums-Apps und die Präsenz der Stiftung in den sozialen Medien komplettieren diese erste Ebene, deren Vielfalt durch Bilder, Farben und Textblöcke sehr übersichtlich gegliedert ist. Die Seite versteht sich als Geschichtsportal, was nicht nur den Zugang zu den Institutionen der Stiftung erleichtert, deren einzelne Häuser angeklickt werden können, wodurch sich neue Ebenen öffnen.

Die Seite erschließt auch ein Forum für interaktive Geschichtsrecherche mit Online-Projekten, dem Portal LeMO (Lebendiges Museum Online) und weiteren Internetangeboten. LeMO entstand 1999 als Kooperation vom Haus der Geschichte und dem Deutschen Historischen Museum, wurde 2014 komplett überarbeitet und bietet sich als interaktive, multimediale Rechercheplattform für die deutsche Geschichte vom 19. Jahrhundert bis heute an. Doch Vorsicht! Die Inhalte, Verweise und Hintergründe, die vielfältigen Ton-, Foto- und Filmdokumente können süchtig machen. Zu gerne verliert man sich in diesem wunderbaren Wissenspool.

Das gilt natürlich auch speziell für die Ebene mit dem Internetauftritt des Bonner Hauses, wo ein Bilder-Karussell mit großflächigen Impressionen aus der Dauerausstellung und den Wechselausstellungen einen schönen Einstieg bietet. Das „Trommelfell der Beatles“ (von Ringo Starrs Basstrommel) wird als „aktuelles Objekt“ vorgestellt, es gibt Hinweise auf den nächsten Filmabend („Son of Saul“ am 12. Januar) und das Konzert der Ensembles „Kurt Rosenwinkel – Bandit 65“ und „Hildegard Lernt Fliegen“ im Rahmen des Jazzfests Bonn am 20. Mai. Man wird zur ständigen Sammlung weitergereicht – mit einer Objektdatenbank, die aktuell 65.655 Exponate und Medien erschließt – sowie auf den Besuch der „Historischen Orte“, Bundeskanzlerbungalow, Kanzleramt und Palais Schaumburg, eingestimmt.

Bestechend ist, dass sich dieses Portal für Menschen aller Altersgruppen anbietet, den klassischen Museumsbesucher ebenso im Blick hat wie den Schüler, der für den Unterricht oder eine Hausarbeit recherchiert. Die Teen-Group mit Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahren präsentiert sich als Forum junger Historiker, die nicht nur die Dauerausstellung präsentiert – zum Beispiel mit einem eigens entwickelten Audioguide –, sondern etliche Apps – etwa ein Europa-Quizz – für Jugendliche vorstellt.

Haus der Geschichte im Internet:www.hdg.de

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