Geplante Anlagen in Königsfeld und Dedenbach: Bürger wehren sich gegen Windräder

Geplante Anlagen in Königsfeld und Dedenbach : Bürger wehren sich gegen Windräder

Königsfeld und Dedenbach wollen zusammen drei Windräder auf dem Mauchertsberg errichten. Als zuständiger Betreiber hat das Windkraftbüro Bakker das Rennen gemacht.

Die rund 190 Meter hohen Anlagen sollen rund vier Kilometer von den Ortschaften entstehen und jeweils in den nächsten 20 Jahren 1,2 Millionen Euro in die Gemeindekassen spülen. Pro Jahr also 60.000 Euro je Anlage.

Zwei sollen auf Königsfelder Gebiet entstehen, eine auf dem Areal der Gemeinde Dedenbach. Von entsprechenden Genehmigungen ausgehend sollen deshalb schon in diesem Winter erste Rodungsarbeiten ausgeführt werden. Das teilte das Büro Bakker den Gemeinderäten mit.

Eine neugegründete Bürgerinitiative in den südlichen Nachbarkommunen Schelborn und Oberdürenbach sieht darin allerdings "eine Vorwegnahme der Genehmigung". Das erklärten für den Zusammenschluss von rund 40 Bürgern, der sich den Namen "Gemeinschaft Pro Umwelt" gegeben hat, deren Sprecher Wolfgang Dickmann und Catherina Schöler im Gespäch mit dem General-Anzeiger. An ihrer Seite wissen sie auch den langjährigen Bürgermeister von Schelborn, Wolfgang Hurth.

Die Initiative fordert in einer Resolution "die umfassende Prüfung der Genehmigungsfähigkeit". Adressaten sind neben dem Kreis als Genehmigungsbehörde unter anderem auch das Mainzer Umweltministerium, die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, die Verbandsgemeinde Brohltal sowie Umweltverbände und die zuständige Kreispolitik.

Die Initiative ist nicht grundsätzlich gegen Windkraft

Die Initiative, die laut Wolfgang Hurth, "nicht grundsätzlich gegen Windkraft ist", sieht durch die geplanten Anlagen auf dem Mauchertsberg neben der Artenvielfalt "besonders den Erholungwert des Brohltals gefährdet". Denn die Anlagen würden sowohl von ihren Dörfern wie auch vom der Stadt Krefeld gehörenden Erholungsgebiet "Waldgut Schirmau" und dem neuen Premiumwanderweg "Eifelleiter" deutlich zu sehen sein. Dieses sei "ein Eingriff in unsere Heimat".

Auch befürchtet die Initiative "eine unwiederbringliche Zerstörung der derzeit intakten, lebendigen, für Mensch, Tier und Pflanzen unersetzlichen Ökologie". Dickmann kündigt in der Resolution an, "auf die Erfüllung aller gesetzlicher Vorschriften zu pochen und wenn nötig rechtliche Schritte einzuleiten".

Hurth sieht die Crux der Sache darin, dass der Brohltaler Verbandsgemeinderat die Bündelung von Windkraftanlagen per Flächennutzungsplan wegen des Vorkommens von Rotmilanen und Schwarzstörchen in Kempenich, Weibern und Spessart nicht mehr weiter verfolgt hat.

Somit greifen bei jeder geplanten Anlage Einzelgenehmigungsverfahren. "Es wär besser, wenn bestehende Windparks wie Rieden-Weibern erweitert würden", sagt der frühere Ortsbürgermeister, verweist auch auf Möglichkeiten des Baus von Anlagen an der A 61, wie sie von Wirtschaftsministerin Eveline Lemke ins Gespräch gebracht worden seien.

"Deshalb fordern wir das förmliche Prüfverfahren ein", so Schöler. Gehe dieses zugunsten der geplanten Anlagen aus, müsse man dies "als Demokraten" akzeptieren, nur ein "schnelles Durchwinken" sei aber nicht hinnehmbar.

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