Kommentar: Zu lange diskutiert

Kommentar : Zu lange diskutiert

Wenn das kein Trauerspiel ist: Die Stadt Bonn ist nicht in der Lage, in ihrem größten Freibad innerhalb von fünf Jahren ein neues Kinderbecken zu bauen. In diesem Jahr klappt es schon wieder nicht, und der Frust und Ärger werden groß sein, wenn das Römerbad im Mai wieder öffnet.

Aber wer ist dafür verantwortlich? Die Stadtverwaltung? Erinnern wir uns: Der Neubau des Kinderbeckens war mehr als zwei Jahre nur deshalb auf Eis gelegt, weil CDU und Grüne erst ein Bädergutachten wollten, dann eine Umfrage machen ließen, bevor sie über das Bäderkonzept entschieden. So lange passierte nichts, weil die Investitionen gestoppt waren.

Zwar war das Geld für das neue Kinderbecken im städtischen Etat enthalten, aber von der Politik nicht freigegeben worden. Und zuletzt hatte Schwarz-Grün die Sache noch einmal in die Warteschleife geschickt, weil die Kosten als zu hoch erschienen.

Insofern trägt nicht das Bäderamt das Gros der Verantwortung, sondern die Ratsmehrheit aus CDU/Grünen. Jetzt Krokodilstränen zu vergießen und der Stadtverwaltung den Schwarzen Peter zuzuschieben, ist deshalb scheinheilig. Schwarz-Grün hat einfach zu lange diskutiert. Und bekommt jetzt die Quittung für die Zögerlichkeit. Wirklich? Nein, ausbaden müssen das die Besucher des Römerbades und vor allem ihre Kinder.

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