Campus Poppelsdorf: Studenten feiern NatFak-Festival in Bonn

Campus Poppelsdorf : Studenten feiern NatFak-Festival in Bonn

Das studentische Festival der naturwissenschaftlichen Fakultät auf dem Campus Poppelsdorf gelang nur dank sehr viel Improvisation: Der Headliner des Festes sprang kurz vorher ab. Ersatz fand sich aber ebenso kurzfristig.

Improvisation lautet das Zauberwort, wenn es bei Großveranstaltungen hinter den Kulissen drunter und drüber geht. Kurz vor Beginn des studentischen Festivals der naturwissenschaftlichen Fakultät, kurz NatFak, sagte Headliner Vona seinen Auftritt ab. Doch über Freunde die das Green Juice Festival organisieren, wurde kurzerhand die Band Heldenzeit als Ersatz gewonnen. Bonner Kontakte retteten so den Organisatoren den Abend. 5000 Besucher hatten im letzten Jahr vor der Bühne des ersten NatFak Festivals zu Cat Ballou getanzt. Ein riesengroßer Erfolg für das Gründerteam. Damit war klar: Das Festival geht in die zweite Runde.

Rapture aus Bonn spielten als Erste auf der Bühne des Campus Poppelsdorf. Eine kleine Schar Hartgesottener trotzte der Hitze mit Sonnenschirmen und Hüten. Der Mix aus Reggae und Funk machte richtig viel Spaß, und der Funke zwischen Sängerin Alina Heeg und dem Publikum sprang über. „Wo kann man die sonst noch sehen? Richtig cool“, sagte Lena Kasper die mit ihrem Freund gekommen war. Der hatte letztes Jahr noch selbst im Bierzelt geholfen: „Das wird heute wieder eine richtig große Sache“, meinte Johannes Fleck. Doch trotz der tollen Band, war es wohl einfach zu heiß, und viele waren zu Hause geblieben oder lagen im Freibad. Am Rande der Bühne hatten sich einige in den Schatten gesetzt und fächelten sich Luft zu. Andere versuchten am Hunger-Point bei Sandwichs und kaltem Eiskaffee neue Energie zu tanken.

Auch das zweite NatFak hatte dem Organisations-Team aus Studenten jede Menge Zeit und Nerven abverlangt. „Telefonieren, telefonieren, telefonieren. Dinge fix machen, auf die Zusagen von Leuten warten. Das kostet alles unheimlich viel Zeit“, erzählte Kassenwartin Gabi Brüll. Über die Auswahl der Musik zerbrach sich das Team vorher nächtelang den Kopf: „ Von 120 Künstlern hatten wir Bewerbungen um einen Auftritt hier und das Problem war, die waren alle sehr gut. 16,17 Stunden haben wir uns die Bands bis in die Nacht angehört“, meinte Yannick Börgener, einer der Gründer des NatFak. Studentischen Bands eine Plattform zu bieten, das ist von der ersten fixen Idee vor drei Jahren bis heute der Grundgedanke des Festivals geblieben.

„Dass das alles Eigeninitiative der Studenten ist und sie das alleine organisiert haben, ist super. Und offenbar hat die Zusammenarbeit mit der Uni auch funktioniert“, meinte Clara Stach die schon im letzten Jahr dabei war und nun Rapture zuhörte. Schon beim ersten NatFak hatte die Uni Bonn Infrastruktur wie Strom und Abwasser zur Verfügung gestellt. Auch diesmal finanzierte sie, dass die Bühne extra für das Festival einen zusätzlichen Tag stand. Am Samstag steigt auf dem Campus Poppelsdorf dann das Uni-Sommerfest. Ohne die riesige Kooperationsbereitschaft der Uni, könnte das Festival so nicht stattfinden, meinte auch Yannick Börgener. „Das Festival war die beste Idee überhaupt. So etwas hat dem Campus gefehlt, hier kommen noch einmal alle zusammen. Bier, Sonne und Musik, was kann man sich mehr wünschen“, meinte Anna-Lena Feistl, die auch schon im letzten Jahr auf dem NatFak war. Es sei ein tolles Gefühl, aus dem Nichts etwas auf die Beine zu stellen, sagte Malte Martienßen, der seit der ersten Stunde dabei ist. Wenn es in 30 Jahren immer noch ein NatFak an der Uni Bonn gäbe, fände er das toll.

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