Hans-Rudolf Hascher: Letztes Schnitzel für den Chef der Mensa Nassestraße

Hans-Rudolf Hascher : Letztes Schnitzel für den Chef der Mensa Nassestraße

Nach 80 Semestern war am Dienstag für Hans-Rudolf Hascher Schluss. Schluss mit der Leitung der Mensa Nassestraße, die er mehr als 40 Jahre lang geleitet hat. Mit einem großen Fest mit rund 150 Gästen, darunter auch Freunde und Verwandte, verabschiedete sich der 63-Jährige von der Belegschaft in den Ruhestand.

Hascher ist Koch aus Leidenschaft. Das merkt man nicht nur am Funkeln in seinen Augen, wenn er von seinem Beruf, den er von 1965 bis 1968 in Frankenberg (Eder) und im sauerländischen Willingen erlernt hatte, sondern auch daran, wie detailliert er von seiner Zeit als Koch beim Bonner Studentenwerk, das die Mensen betreibt, berichtet.

"Angefangen habe ich am 17. September 1973 in der Mensa Poppelsdorf. Exakt auf den Tag genau gab es damals Saure Nieren mit Perlzwiebeln und Gurken - ein furchtbares Essen", erzählt er lachend, "aber die Studenten waren glücklich, wenn es das gab, keine Ahnung warum".

Ein Dauerbrenner ist seit 40 Jahren das Wiener Schnitzel mit Pommes Frites, erzählt Hascher. Gleichzeitig habe sich aber von 1973 bis heute der Fleischverbrauch in der Mensa halbiert. "Begonnen hat dieser Wandel Anfang der 80er Jahre, als die vegetarische Welle nach Deutschland schwappte. Das war mit der größte Wandel, den ich erlebt habe", sagt der frischgebackene Pensionär und bezeichnet die Halbierung des Fleischverbrauches als "größte Errungenschaft".

Zweimal die Woche Fleisch würde reichen. Gleichzeitig spricht er sich aber gegen einen "Veggie-Day" in Mensen aus, wie ihn die Grünen fordern: "Einen Veggie-Day brauchen wir nicht. Das Angebot ist in den Mensen schon jetzt sehr gut vegetarisch aufgestellt."

Dass sich Hascher in der Mensa Nassestraße, deren Leitung er 1979 übernahm, pudelwohl fühlte, ist nicht zu überhören. Er schwärmt von den Gästen ("13 verschiedene Nationen essen bei uns") und seinen Kollegen ("Wir können sofort international kochen, haben Köche aus vielen Ländern") und natürlich von seiner Leidenschaft, dem Kochen.

Damit geht es weiter, denn auch zu Hause würde er am liebsten kochen, wie er verrät. Die Antwort auf die Frage, was er denn mit der gewonnenen Freizeit nun anfangen würde, steht in Form von zwei Zweirädern auf dem Mensa-Parkplatz. "Das Elektrofahrrad für montags bis freitags und das Motorrad, eine BMW R1200R, für das Wochenende", erklärt Hascher.

Demnächst steht eine Motorradtour auf die Isle of Man an - die kann er getrost antreten, denn die Leitung der Mensa hat er gestern symbolisch mit Schneebesen und Kochlöffel an seine langjährige Stellvertreterin Julia Schütza übergeben.