Bundestagswahl: Schon 50.200 Briefwähler in Bonn

Bundestagswahl : Schon 50.200 Briefwähler in Bonn

Mehr als 50.200 Bonner haben für diese Bundestagwahl bereits Briefwahl beantragt. Das sind rund 22 Prozent der insgesamt 227.000 Wahlberechtigten in Bonn.

Viele von ihnen haben ihr Kreuzchen schon gemacht, zu Hause oder sofort in einem der vier Wahlbüros, die in der Stadt bereits seit dem 20. August geöffnet sind. Das sind gut zehn Prozent mehr als bei der vergangenen Bundestagswahl 2009. Damals hatten rund 45.800 der insgesamt etwa 220.000 Wahlberechtigten Briefwahl beantragt.

Vor dem Wahlbüro in der Eingangshalle des Stadthauses hat sich gestern Vormittag bereits eine kleine Schlange gebildet. Auch Birgit Hinz wartet darauf, ihre Stimme abgeben zu können. Die 47-Jährige ist Mitarbeiterin der Stadt.

Mit ihrem 16-jährigen Sohn hat sie vor der Stimmabgabe noch den Wahl-O-Mat-Test absolviert. "Der ist jetzt sauer, dass er nicht auch wählen darf", sagt Hinz. Junge Menschen dafür zu begeistern, wählen zu gehen, das liegt ihr am Herzen. Am Sonntag ist sie als Wahlhelferin eingespannt, deswegen gibt sie fünf Tage vor der Wahl ihre Stimme ab.

Wer schon weiß, wo er sein Kreuzchen machen will, kann das direkt vor Ort tun. Andere stellen im Wahlbüro den Antrag auf Briefwahl. Sie bekommen dann per Post die Unterlagen zugeschickt. Briefwahlanträge können aber auch per Post oder online gestellt werden.

Mancher Bonner will sich auch nur informieren. Wie eine ältere Dame, die sich ein Muster des Stimmzettels abgeholt hat. "Damit ich mir schon einmal in Ruhe anschauen kann, wer da wo draufsteht."

Auch eine Etage höher, im Briefwahlbüro, herrscht reges Treiben. 16 Auszubildende der Stadt stehen Büroleiter Peter Schmitt zur Seite. Eifrig werden Briefwahl-Anträge bearbeitet, Unterlagen samt Stimmzettel und rotem Briefumschlag verpackt und verschickt.

Viele Wähler haben ihre Stimme bereits per Post zurückgeschickt. Die Briefumschläge müssen sortiert und den jeweiligen Wahlbezirken zugeordnet werden. Mit den regulären Stimmzetteln werden sie dann am Sonntag ausgezählt.

"Die letzten beiden Wochen hatten wir viel zu tun", sagt Schmitt. Zum Teil dauern die Schichten von 7 Uhr morgens bis 20 Uhr. Überfordert sei die Stadt mit der steigenden Zahl der Briefwähler aber nicht, heißt es im Presseamt. Einen Zuwachs von rund zehn Prozent könnten die Wahlhelfer durchaus verkraften.

Mit dem Trend zur Briefwahl steht Bonn keineswegs alleine da. In Stuttgart haben bereits rund 25 Prozent mehr Bürger als 2009 Briefwahl beantragt oder direkt ihre Stimme abgegeben, in München und Köln rund 20 Prozent.

Die Stimmabgabe per Post ist in Deutschland seit 1957 möglich. Insbesondere alten, kranken und behinderten Menschen sollte so die Teilnahme an der Wahl erleichtert werden. Seitdem ist der Anteil der Briefwähler bundesweit von rund fünf auf 21,4 Prozent 2009 gestiegen. Seit 2008 müssen Wähler zudem bei Bundestags- und Europawahlen keine Gründe mehr angeben, wenn sie per Briefwahl abstimmen wollen.

In Bonn können die Unterlagen zur Briefwahl noch bis spätestens Freitag, 20. September, 18 Uhr, beantragt werden. Das Wahlamt empfiehlt allerdings, die Anträge nur noch persönlich im zuständigen Wahlbüro zu stellen, weil die Zeit für den Postweg knapp werden könnte.

Alle Wahlbriefe müssen bis zum Wahltag - spätestens um 18 Uhr - bei der Wahlbehörde im Stadthaus, Berliner Platz 2, eingegangen sein, um mitgezählt zu werden. Die Wahlbriefe können in den Nachtbriefkasten am Stadthaus eingeworfen oder an der Information abgegeben werden.

Die Wahlbüros

  • Stadthaus Berliner Platz 2, Eingangshalle
  • Rathaus Bad Godesberg, Kurfürstenallee 2-3, Zimmer 279
  • Rathaus Beuel, Friedrich-Breuer-Straße 65, kleiner Sitzungssaal
  • Rathaus Duisdorf, Villemombler Straße 1, Zimmer 2.

Geöffnet montags und donnerstags von 8 bis 18 Uhr, dienstags, mittwochs und freitags von 8 bis 13 Uhr, am letzten Freitag bis 18 Uhr.

Weitere Informationen unter www.bonn.de/@bundestagswahl