Endenicher "Altes Schützenhäuschen": Ende einer 400-jährigen Familientradition

Endenicher "Altes Schützenhäuschen" : Ende einer 400-jährigen Familientradition

Nach dem Abriss des Traditionsgasthauses „Altes Treppchen“ an der Endenicher Straße in Endenich ist nur wenige Meter entfernt die Ära eines weiteren geschichtsträchtigen Lokals zu Ende gegangen: Seit April ist die Gaststätte „Zum Alten Schützenhäuschen“ geschlossen.

Eigentümer Ralf Werner hat das Gebäude verkauft und seinen Job als Gastwirt des Traditionslokals endgültig an den Nagel gehängt.

Als Grund nennt er gesundheitliche Beschwerden. „Ich hatte 1983 einen Arbeitsunfall, mit dessen Folgen ich bis heute zu kämpfen habe“, sagt der 51-jährige gelernte Metzger. Mit zunehmendem Alter sei ihm die körperliche Arbeit als Gastronom immer schwerergefallen.

Werner war nach dem Unfall in die Gaststätte mit eingestiegen, die damals seine Eltern betrieben. Seine Töchter hätten wegen ihrer kleinen Kinder und ihrer Berufstätigkeit den Betrieb nicht übernehmen wollen, bedauert er. Das Besondere am Schützenhäuschen: Seit 1613 war es ununterbrochen in Familienhand.

Schützenhäuschen steht unter Denkmalschutz

Anders als das Treppchen stehe das Schützenhäuschen unter Denkmalschutz und dürfe deshalb nicht abgerissen werden, sagt Werner. Der neue Eigentümer sei derzeit auf der Suche nach einem Pächter, der den gastronomischen Betrieb fortführen solle. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Gaststätte schon bald wieder öffnen wird.“ Die Schließungszeit habe der neue Eigentümer, der Werner zufolge öffentlich nicht genannt werden will, zur Sanierung und zum Umbau des historischen Gebäudes genutzt.

Auf der einen Seite sei er froh, jetzt endlich mehr Zeit für die Familie zu haben, sagt Werner. Auf der anderen Seite schwingt aber auch Wehmut in seiner Stimme mit. Immerhin mehr als 30 Jahre haben er und seine Frau Angelika hinter dem Tresen gestanden und die Rolle als Gastgeber mit Leib und Seele ausgefüllt. „Wir hatten allerdings so gut wie nie ein freies Wochenende“, sagt er. So ganz kann Werner aber nicht loslassen: „Den Partyservice werden wir weiterhin anbieten.“ Dafür sei sein Haus, das hinter der Gaststätte liege, bestens ausgestattet.

Welche Lücke das Paar im Endenicher Ortsleben hinterlässt, wurde nach der Endenicher Kirmes deutlich, als sich zahlreiche Endenicher Bürger vor der Gaststätte versammelten und sich bei Ralf und Angelika Werner für die vielen Jahre ihrer Gastfreundschaft und ihr großes Engagement für den Ort bedankten.