Nach Wettbewerb zur Umgestaltung

Stillstand im Baumschulwäldchen

Es gibt kontroverse Meinungen dazu, ob das Baumschulwäldchen umgestaltet werden soll.

Es gibt kontroverse Meinungen dazu, ob das Baumschulwäldchen umgestaltet werden soll.

Bonn. Die Zukunft des Baumschulwäldchens ist immer noch offen. Nach dem Wettbewerb zur Umgestaltung haben sich die Anwohner in die Sache eingemischt – Gegner und Befürworter.

Zwei ablehnende Bürgeranträge standen am Dienstagabend auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung Bonn (BV). Dabei gab es eine Überraschung in Sachen Denkmalschutz.

Susanne Schoen holte dabei ein Ass aus dem Ärmel. Sie hatte herausgefunden, dass das Kurfürstliche Gärtnerhaus „mit Resten des Geländes der ehemaligen Kurfürstlichen Baumschule“ unter Denkmalschutz steht. Kopien dieses Eintrags aus der Denkmalliste vom 16. November 1989 hatten Schoen und ihre Mitstreiter unter den BV-Fraktionen verteilt. Für die Antragstellerin ein gutes Argument dafür, dass sich an der Anlage nichts verändern und der Siegerentwurf von „Scape Landschaftsarchitekten GmbH“ nicht weiter verfolgt werden sollte.

„Wir wollen keine geraden Achsen, sondern ein geschwungenes Wegenetz“, sagte Schoen. Es sollten keine Bäume gefällt und Sträucher gerodet werden. Die Promenade um den Park herum sei auch überflüssig, zudem bräuchten die Anwohner die vorhandenen Parkplätze, da es an den Gründerzeithäusern im Viertel an Garagen fehle. Den Denkmalschutz müsse man unbedingt klären, meinte Elmar Conrads-Hassel (FDP), „das wäre schon eine rechtliche Vorgabe“. Alles sei längst diskutiert, meinte Hartwig Lohmeyer von den Grünen. Herbert Spoelgen (SPD) wusste schließlich: „Das ist kein Gartendenkmal.“ Nicht die Bäume seien über den Eintrag geschützt, „sondern nur, dass dort mal ein Baumschulwäldchen war. Es muss eines bleiben, mehr aber auch nicht“.

Der Wettbewerb ist Teil des Materplans Innere Stadt. Nach der Vorstellung von „Scape“ wird das Wäldchen in zwei Zonen aufgeteilt – ein Natur- und ein botanisches Wäldchen am barocken Gärtnerhaus. Auffällig sind die Promenade um den Park herum und ein diagonaler Weg als Anknüpfung an den Beethovenplatz. Die Kosten von rund 280 000 Euro werden zu 70 Prozent vom Bund gefördert.

Die Grünen zogen aus dem Hickhack nun die Lehre, dass man vor dem Wettbewerb die Bürger hätte fragen müssen. Lohmeyer gab auch zu bedenken, dass man nun die Möglichkeit habe, den Park zu öffnen. „Es geht nicht um ein reines Anwohnerwäldchen“, sagte Nicole Bonnie (CDU).

Zwei Möglichkeiten funktionieren laut Spoelgen nicht: Die Arbeit eines anderen Preisträgers umzusetzen und eine reine Sanierung des Wäldchens für 120 000 Euro, denn dafür gebe es kein Fördergeld. So beschlossen die Politiker, einen offenen Workshop für die Gestaltung der Wege einzurichten. Daran könnten mit dem Preisträger 20 bis 25 Bürger teilnehmen.