100 Asylbewerber werden vorher noch zugewiesen: Bonn bekommt drei Wochen lang keine Flüchtlinge

100 Asylbewerber werden vorher noch zugewiesen : Bonn bekommt drei Wochen lang keine Flüchtlinge

Die Stadt Bonn hat ihr Aufnahme-Soll erfüllt. Zwischen dem 8. und dem 26. Februar kommen keine weiteren Asylbewerber nach Bonn. Das hat die Bezirksregierung Arnsberg der Stadtverwaltung am Mittwochnachmittag mitgeteilt.

In der ersten Februarwoche kommen noch einmal 100 Flüchtlinge nach Bonn, dann beginnt eine dreiwöchige Pause. Die 100 Asylbewerber werden Bonn vorher noch zugewiesen, damit die Unterdeckung während der Pause nicht zu groß wird.

"Dieser kurze Aufschub ist für uns kein Anlass, in unseren Anstrengungen nachzulassen, nach weiteren Lösungen für die
Unterbringung der Flüchtlinge zu suchen", äußert sich Oberbürgermeister Ashok Sridharan in einer Pressemitteilung der Stadt. Nachdem die Verwaltung die "Dramatik der Situation" öffentlich gemacht habe, spüre sie nun von vielen Seiten Solidarität, so Sridharan.

Derzeit leben rund 3700 Flüchtlinge in städtischen Unterkünften. Dazu kommen nochmals mehr als 1000 Menschen in den zentralen Unterbringungseinrichtungen des Landes in Muffendorf und in der Ermekeilkaserne in der Südstadt.

Sridharan weist in der Mitteilung außerdem die Behauptung zurück, dass es Absprachen mit der Bezirksregierung Köln gegeben haben soll, mehr Flüchtlinge auch über das Soll hinweg aufzunehmen.

Um die Belegung der Turnhallen werde man trotz der Pause nicht herum kommen, teilt Kultur- und Sportdezernent Martin Schumacher mit. "Wir müssen einerseits das Sportgeschehen in Bonn im Auge behalten und andererseits die Flüchtlinge menschenwürdig unterbringen." Die Entscheidung von Oberbürgermeister Ashok Sridharan, weitere 15 Sporthallen mit Flüchtlingen zu belegen, hatte der Stadtsportbund Bonn (SSB) am Dienstag erneut scharf kritisiert.

Über die Zuweisungspause hatte die Bezirksregierung Arnsberg die Stadtverwaltung am Mittwochnachmittag informiert. Sie ist in NRW für die Verteilung der Flüchtlinge auf die Kommunen zuständig.

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