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Unerwünschte Vegetation: Eschensamen landen unerwünscht in Röttgener Garten

Unerwünschte Vegetation : Eschensamen landen unerwünscht in Röttgener Garten

Jeden Tag regnen die Baumfrüchte von der Straße in den Garten der Familie Roegler. Die Stadt findet das „tolerabel“.

Maleste mit den drei Eschen, die vor ihrem Haus in so viele Samen verlieren, dass die dann in ihren Garten fallen und überall „kleine Eschen“ sprießen, haben Brigitte Roegler und ihr Mann schon seit mehr als drei Jahren. „Aber so schlimm wie jetzt war es noch nie“, sagen sie. Alles im Garten ist wie ein Teppich übersät von den Samen.

Und weil die Pflanzen dann im Frühjahr regelmäßig aus dem Boden schießen, sammelt das Ehepaar täglich die vielen Samen auf. „Aber das ist nicht zu schaffen, es sind zu viele.“ Deshalb haben sie jetzt einen erneuten Versuch gestartet, die Eschen fällen zu lassen und auf ihre Kosten andere Bäume setzen zu lassen. Aber die Stadt Bonn will nicht.

Dem Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan, der in ihrer Nähe wohnt, haben sie von Nachbar zu Nachbar einen Brief in den Kasten geworfen. Der OB tat das, was sein Job war, er gab die Sache an das zuständige Fachamt weiter, bat um Erledigung. Und der Servicebetrieb Stadtgrün kam nach einem erneuten Ortstermin zum Schluss: „Die Beeinträchtigungen durch herabfallende Baumfrüchte sowie die Anhebungen im Pflaster durch die Baumwurzeln sind noch tolerabel.“ Auch wenn einer der drei Bäume Anzeichen für eine Erkrankung zeigt, rechtfertigt das aus Sicht der Stadt keine Fällung der Bäume, solange von ihnen keine Gefahr ausgeht. Auch eine Eingabe des Ehepaars bei der Bezirksvertretung Bonn war zuvor schon gescheitert, die Mehrheit der Politiker lehnten das Ansinnen des Ehepaars ab.

„Alle bei der Verwaltung waren sehr freundlich und verständnisvoll“, berichtet Brigitte Roegler. „Aber gesagt wurde uns auch, die Entscheidung ist gefallen.“ Also wird sie wohl ihren blühenden Rosengarten – ein Paradies für Bienen – durch Betonplatten im Garten ersetzen, was eigentlich ein Jammer sei, wie die Rentnerin findet. Was ihren prominenten Nachbarn angeht, kündigt das Ehepaar an: „Wir werden uns jeden Jahr wieder beim Oberbürgermeister beschweren. Denn wir wollen unseren blühenden Garten nicht für solche Bäume opfern.“

Die Stadt hat indes angekündigt, den Zustand und die Verkehrssicherheit der Bäume weiter regelmäßig zu kontrollieren. Man sei aber bestrebt, Bäume so lange wie möglich an einem Standort zu erhalten, da dort aufgrund der geringen Größe der Baumscheiben keine Neupflanzungen mehr möglich sind.