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Bürgerantrag in Hardtberg scheitert: Behörde lehnt Tempo 80 auf der A565 ab

Bürgerantrag in Hardtberg scheitert : Behörde lehnt Tempo 80 auf der A565 ab

Die Bezirksregierung hat den Bürgerantrag zurückgewiesen, auf einem Teilstück der A565 in Höhe des Hardtbergs ein Tempolimit von 80 Stundenkilometern einzuführen. Begründung: Auf dem Abschnitt sei der Verkehr nach neuesten Berechnungen nicht laut genug.

Des einen Freud ist des anderen Leid: Wer mit dem Auto die A 565 zum Hardtberg und in Richtung Meckenheim hinauf fährt, darf in Höhe von Lengsdorf auf 130 Sachen beschleunigen und kommt dadurch gut voran. Der Lärm der Autobahn nervt jedoch viele Bürger im direkten Umfeld der Autobahn. In einer GA-Serie im Januar wurden mehrere Vorschläge vorgebracht, was man dagegen tun könne: Lärmschutzwände verbessern oder ergänzen, Flüsterasphalt gegen das Dauerrauschen der Autobahn einbauen, Raser disziplinieren – oder einfach nur das Tempolimit auf eine Höchstgeschwindigkeit von 80 herabsetzen.

Diese Möglichkeit wurde nun bei der Bezirksregierung geprüft. Doch der Antrag wurde abgelehnt. Grundlage der Entscheidung ist die Verkehrszählung von 2015, auf deren Basis der Landesbetrieb NRW eine aktuelle Neuberechnung des Lärms durchgeführt hat.

Schon im Januar hatte die Bezirksregierung vor zu großen Hoffnungen der Bürger gewarnt. Das ist jetzt eingetreten. Wie die Bezirksregierung dem GA auf Anfrage mitteilte, hätten sich nur noch Richtwertüberschreitungen an drei Gebäuden ergeben (siehe „Hier ist es zu laut“).

Die weitere Erklärung der Kölner Behörde: Im Bereich der Lengsdorfer Hauptstraße und der Röckumstraße existiere bereits ein Tempolimit aus Lärmschutzgründen (es liegt hier bei Tempo 80). An der Agentur für Arbeit würden die Richtwerte am Tag eingehalten, die Nachtwerte seien hier nicht relevant. Hier fehlt an der Brücke der Villemombler Straße ein Stück Lärmschutzwand.

„Es sind alle Gebäude im Nahbereich der Autobahn berechnet worden, auch im Bereich des Brüser Berges, wo sich die Dornierstraße befindet“, erklärte André Kiese von der Pressestelle in Köln. Das Ergebnis der Berechnung: „Überschreitungen südlich der Anschlussstelle Hardtberg sind nicht vorhanden.“ Aus diesem Grunde sei der Antrag auf Anordnung von Tempo 80 aus Lärmschutzgründen auch abgelehnt worden.

Allerdings habe der Landesbetrieb nach seiner Berechnung der Bezirksregierung mitgeteilt, dass zurzeit auf Antrag der Anrainer die Entschädigung mit passiven Lärmschutzmaßnahmen abgewickelt werde. „Es liegen 20 Anträge vor“, so Kiese. Bei der Entschädigung mit passiven Lärmschutzmaßnahmen, also dem Einbau von mehrfach verglasten Fenstern, seien die für die Lärmsanierung um drei dB(A) reduzierten Richtwerte angesetzt worden.

Das Thema Lärmschutz steht auch bei den Bonner Politikern demnächst auf der Tagesordnung: Am 9. September wird sich der Planungsausschuss, am 14. September der Umweltausschuss und am 21. September der Hauptausschuss damit befassen.