Freundschaft auch ohne Sprachkenntnisse: Partnerschaft Hardtberg-Villemomble

Freundschaft auch ohne Sprachkenntnisse : Partnerschaft Hardtberg-Villemomble

Echte Freundschaften entstehen nicht nach einem bestimmten Muster. Zwar ist es hilfreich, wenn man die Sprache des anderen spricht, zwingend notwendig ist dies jedoch nicht.

„Wir haben in all den Jahren einige wunderbare Freundschaften geschlossen und sprechen immer noch kein Französisch“, erklären Regine und Eduard Franke, treue „Aktivisten“ der Partnerstadt des Stadtbezirks Hardtberg mit Villemomble.

Ein Pfeiler dieser seit nunmehr 50 Jahren existierenden „Jumelage“ ist das Prinzip, beim Austausch grundsätzlich in Gastfamilien untergebracht zu werden. Noch heute blättert das Duisdorfer Ehepaar gerne in dem Fotoalbum, das ihnen vor Jahren von Madame und Monsieur Mancharel zusammengestellt wurde.

„Das waren unsere ersten Austauschpartner“, erzählt Regine Franke und stellt die damals kleinen Kinder der französischen Familie vor. „Nathalie, Jarine und Oliver“, erklärt sie und zeigt die entsprechenden Fotos. „Da sie unsere ersten Gastgeber waren, bin ich gerne mit den Eheleuten zum Einkaufen gegangen. Monsieur Mancharel hat immer mit Kreditkarte bezahlt. Das war für uns damals etwas Einzigartiges. Bei uns waren die Karten noch vollkommen unbekannt“, fügt Eduard Franke hinzu. „Und zum Sonntagsfrühstück gab es Wachteleier“, lacht seine Frau. Doch nach einiger Zeit wurde Monsieur Mancharel in die Karibik nach Martinique versetzt. „Damals mussten wir auch voneinander Abschied nehmen“, so Regine Franke.

Kontakt besteht bis heute

Zu den Pionieren der Partnerschaft gehört auch Horst Geudtner. „Meine Frau Hella und ich sind seit 1975 immer wieder mitgefahren. Wir müssten inzwischen etwa 30 Mal in Villemomble gewesen sein.“ Die Freundschaft bestand vor allem zu Henri und Jaqueline Caey. „Wir haben bis heute Kontakt.“ Seit Frau Caey vor zwei Jahren starb, treffen die Geudtners Henri Caey aber seltener, denn der Ex-Vorsitzende des Schwimmclubs Villemomble lebt inzwischen zumeist in Südfrankreicht.

Auch die Frankes mussten sich einen passenden Ersatz suchen, als Monsieur Mancharel versetzt wurde. Mit einer Witwe aus Villemomble verband das Duisdorfer Paar eine jahrelange und innige Freundschaft. Sie besuchte das Rheinland auch außerhalb der offiziellen Fahrten. „Sie kam zu Geburtstagen oder dem Derletalfest. Irgendwie gehörte sie zu uns dazu“, so Regine Franke. Doch Madame ist mittlerweile verstorben. „Und wieder haben wir eine ganz tolle neue Freundschaft aufbauen können“, freuen sich die Duisdorfer. Seit einigen Jahren sind Madame Abonkalie sowie Madame Stewing regelmäßig zu Gast im Hause Franke im Kannheideweg. „Auch mit den beiden verstehen wir uns prima. Notfalls mit Händen und Füßen.“

Karneval verbindet

Dass alle auf der gleichen Wellenlänge schwimmen, das wissen sie seit einem gemeinsamen Karnevalsbesuch. „Vor einigen Jahren waren die Franzosen im Frühjahr hier und wollten unbedingt Karneval feiern. Ich habe für die beiden Frauen ein paar Kostüme in meinem Fundus gefunden und dann haben wir in Duisdorf einen wirklich unvergessenen Abend gehabt“, schmunzelt Regine Franke und zeigt das Foto. Darauf lachen alle vier gut gelaunt und verkleidet in die Kamera. Das Outfit ist – natürlich – in „Rut und Wiess“ gewählt. „Echte Fründe“ eben, die auch nach Jahren noch „zesamme ston“.