Brückenforum in Beuel: Voodoo-Festival in Bonn entfaltet wenig Zauber

Brückenforum in Beuel : Voodoo-Festival in Bonn entfaltet wenig Zauber

Mit Vorurteilen aufräumen – so der Grundgedanke des ersten deutschen Voodoo-Festivals, das am Samstag im Brückenforum in Beuel stattfand.

Voodoo ist eine Religion, die mit vielen Vorurteilen behaftet ist. Um damit aufzuräumen, organisierte der in Deutschland lebende Franklin Mikangou am Wochenende im Brückenforum das erste Voodoo Festival in Deutschland. Denn die europäische Vorstellung sei zu sehr geprägt von Voodoo-Puppen und blutigen Ritualen.

Gerade angesichts der aktuellen Situation auf der Welt sei es wichtig, dass die Menschen einander kennenlernen und in den Dialog miteinander treten könnten, erklärt Mikangou. Nur so könne man Vorurteile ausräumen. Eine zufällige Begegnung mit Professor David Koffi Azar, einem Voodoo-Priester aus Benin sei der Anlass gewesen, nun ein Voodoo-Festival in Deutschland zu organisieren. Nach langer Wartezeit wegen der nur spärlich besetzten Zuschauerreihen betrat der Ehrengast aus Benin die Bühne, um in die Hintergründe des Voodoo einzuführen.

Er stellte Voodoo als eine Naturreligion vor, einen friedlichen Glauben, der vermittle, sich selbst zu akzeptieren, seine Mitmenschen zu respektieren und gut mit der Natur umzugehen. Außerdem erörterte Azar auch Fragen wie die nach der Gottesvorstellung im Voodoo oder die nach einem Leben nach dem Tod. Recht chaotisch wurden Azars Ausführungen durch die oft fehlerhaften Übersetzungen aus dem Französischen und Zwischenrufe aus dem Publikum. Anschließend beantwortete er Fragen der Zuschauer. Die wenigen Besucher, die bereit gewesen waren, Eintrittspreise ab 45 Euro zu zahlen, kamen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen und Erwartungen.

"Hautnaher Kontakt" mit Voodoo

So wollte sich ein Gast auf seine nächste Reise vorbereiten: „Ich war schon immer ein begeisterter Reisender und interessiere mich auch sehr für die jeweiligen Kulturen und deren Hintergründe. Die nächste Reise geht nach Benin, Ghana und Togo, so dass ich heute ein paar Informationen sammeln möchte.“

Einen anderen Grund hatte da ein Ehepaar, das in der Entwicklungshilfe tätig war und vor mehr als 25 Jahren in Benin lebte. „Wir hatten damals hautnah Kontakt mit Voodoo, und es hat uns bis heute geprägt. Jede Information ist wichtig, denn selbst wenn man dort lebt, erhält man als Europäer kaum Einsicht. Es gibt sogar gesonderte Regeln für Europäer. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass es Mächte gibt, die wir nicht verstehen, aber akzeptieren. Und die stellen in der Regel keine Bedrohung dar.“ Aus ihrer Erfahrung heraus bestätigten die beiden, wie sehr die Regeln des Voodoo die Gesellschaft bestimmen.

Nach dem Vortrag begannen die Veranstalter mit der Voodoo-Show und dem musikalischen Programm von Fredy Massamba & Band sowie Mfa Kera. Im Foyer des Brückenforums konnte man zwischendurch afrikanische Gerichte probieren und sich an den Verkaufsständen mit Kleidung, Schmuck, Kunsthandwerk und Lebensmitteln umschauen.