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Märchen von Wilhelm Hauff als Musical: Der Kleine Muck spielt den kleinen Muck

Märchen von Wilhelm Hauff als Musical : Der Kleine Muck spielt den kleinen Muck

Der Kleine Muck spielt den kleinen Muck, denn der Kleine Muck, ein eingetragener Verein, ist 30 geworden. Im Märchen von Wilhelm Hauff, erstmals 1826 in seinem Märchen-Almanach veröffentlicht, erzählen die Teilnehmer einer Karawane einander Geschichten als Mittel gegen die Langeweile.

Der Beitrag des jungen Kaufmanns Muley ist die Geschichte von dem kleinen Muck. Das Märchen lehrt, wie Vorurteile überwunden werden können.

Ute Herhold von der Bereichsleitung stationäre Hilfe des Kleinen Mucks inszenierte dieses Märchen als Musical in der Textfassung von Petra Langwart und mit der Musik von Michael Schmoll. Für die musikalische Leitung der Inszenierung zeichnete Claudia Knoll verantwortlich.

Die jungen Schauspieler, die zwischen sieben und 17 Jahre alt sind, kamen zum größten Teil aus den stationären Einrichtungen des kleinen Muck. Aber auch Freunde und Bekannte der Jugendlichen spielten mit. "Jugendhilfe und Nicht-Jugendhilfe gemischt", erklärte Ute Herhold.

"Dies ist unser Geburtstagsgeschenk an den Verein", ergänzte sie. Passend dazu spielten 30 Akteure in dem Stück mit. Seit den Osterferien wurde einmal pro Woche geprobt. In den Sommerferien war zusätzlich eine intensive Probenwoche in der Eifel angesagt. Kostüme und Kulissen wurden ehrenamtlich von Jugendlichen genäht und gemalt.

"Doch die Aufführung wäre ohne die großzügige Unterstützung durch das Bonner Spendenparlament nicht möglich gewesen", gestand Herhold. Diese Bürgerinitiative wollte damit Kindern und Jugendlichen aus schwierigen Familienverhältnissen die Möglichkeit schaffen, "mit professionellen Theatermachern eine Adaptation des Märchens und des Phänomens, anders und ausgeschlossen zu sein, zu erarbeiten und auf einer großen Bühne aufzuführen". So lautete der Beschluss zur Genehmigung der Spende.

Die Kinder und Jugendlichen hatten mit großem Fleiß ihre Texte gelernt. Am Samstag war Premiere in Ahrweiler gewesen, die gut geklappt haben soll. "Die Kinder hatten ihren Spaß und das ist das Wichtigste", fasste Ute Herhold die erste Aufführung kurz zusammen. Am Sonntag im Pfarrheim von St. Josef wartete ein voll besetztes Haus auf die Darsteller.

"Auf dieser Bühne standen wir noch nie. Alle sind wahnsinnig aufgeregt", meinte Herhold skeptisch. Doch auf Perfektion kommt es bei dieser Gruppe gar nicht an. Der Spaß am Spiel, das Vergnügen, auf einer Bühne stehen zu dürfen, das ist es, was den Reiz ausmacht. Außerdem, wer kann schon von sich sagen, dass er zu seinem 30. Geburtstag eine Musicalaufführung geschenkt bekommen hat: nur der Verein Kleiner Muck.