Lebhafte Szenerie: Mosaikkunst von Paul Magar in Bad Godesberger Kurfürstenbad

Lebhafte Szenerie : Mosaikkunst von Paul Magar in Bad Godesberger Kurfürstenbad

Der Verein Bürger.Bad.Godesberg e.V. sorgt sich um den Erhalt eines Kunstwerks von Paula Magar. Das Fliesenmosaik im Kurfürstenbad schmückt eine Wand des Bades und zeigt das Siebengebirge und den Rhein.

Wer genau hinsieht, entdeckt auf dem auf den ersten Blick wirr wirkenden Mosaik aus Kacheln, das im verlassenen Kurfürstenbad direkt über dem Hauptbecken hängt, eine lebhafte Szenerie: Mit ein bisschen Fantasie sind darauf Berge, Wasser und schemenhaft dargestellte Personen zu sehen. Das kleinteilige Kunstwerk des Godesberger Künstlers Paul Magar zeigt nämlich das Siebengebirge und den Rhein. Zurzeit kämpft eine Initiative um den Erhalt des Wandbildes, dessen Schicksal eng mit dem des Schwimmbads verwoben ist.

„Priorität hat für uns der Erhalt des Kurfürstenbades zusammen mit dem Mosaik“, erklärt Joachim Schäfer vom Verein Bürger.Bad.Godesberg. „Im Falle eines Abrisses wollen wir das Stück wenn möglich erhalten.“ Zurzeit ist aber laut Stadt noch nicht ganz absehbar, was mit dem Schwimmbad passiert. Im Dezember stimmt der Rat über den Bau des neuen Zentralbads in Dottendorf ab, eine Entscheidung über die künftige Nutzung des seit Mai 2016 geschlossenen Kurfürstenbads ist noch nicht gefällt.

Mosaik ausbauen

Der Verein will nun prüfen lassen, ob ein Ausbau des Mosaiks aus der Schwimmhalle theoretisch möglich wäre. „Wir sind in Kontakt mit der Firma Oidtmann aus Linnich, die das Kunstwerk seinerzeit angebracht hat“, so Schäfer. „Unklar ist, wie teuer die Aktion werden würde und welche Schäden das Mosaik davontragen könnte.“ Der Ausbau wäre ein schwieriges Unterfangen, denn das Kunstwerk ist in die Wand eingelassen. Ein weiteres Problem wäre, einen neuen Standort für das Werk zu finden. Ein Vorschlag aus der Politik spiele beispielsweise mit dem Gedanken, das Mosaik im möglichen Neubau in Dottendorf einzubauen.

Für den Verein ist Magar nicht einfach irgendein Künstler. „Er ist in gewisser Weise der August Macke Bad Godesbergs und ein bedeutender Künstler der Nachkriegsära“, erklärt Schäfer. Den Vergleich zu Macke zieht er bewusst. Beide Künstler seien über längere Zeit in Vergessenheit geraten, argumentiert Schäfer.

„Zudem gibt es eine interessante Parallele: Magar war mit der Witwe Mackes befreundet und verewigte sie in einem Gemälde.“ Deshalb sehe die Initiative in der Erhaltung des Mosaiks neben einem künstlerischen auch einen kulturhistorischen Aspekt. „Wir machen uns deswegen große Sorgen um den Schutz und Erhalt des Kunstwerks im Kurfürstenbad“, sagt Schäfer, der in der Sache unter anderem mit der Stadt, dem Landschaftsverband Rheinland und der Adoptivtochter Magars in Verbindung steht.

Verständnis

„Es wäre ein Frevel, wenn das Mosaik auf den Müll kommen würde“, sagt diese. Dorothea Hölzer-Magar ist selbst Künstlerin und lebt in Köln. „Ich kann mich noch erinnern, wie mein Stiefvater 1963 an dem Wettbewerb teilgenommen hat, bei dem es um die Gestaltung des Kurfürstenbads ging“, erzählt die heute 80-Jährige. „Sein Entwurf 'Heiterer Tag am Wasser' gewann damals, es war eine tolle Zeit für ihn.“

Elke Palm vom Bäderamt der Stadt Bonn reagiert mit Verständnis auf die Sorgen der Bürger. „Ich kann das Interesse nachvollziehen, das Mosaik hat die Beachtung verdient“, sagt sie auf Anfrage des GA. „Wenn sicher ist, was mit dem Gebäude passiert, wird das Mosaik in die Planungen mit einbezogen.“ Palm hält zudem einen Ausbau für grundsätzlich möglich. In punkto Frost, der Auswirkungen auf das Mosaik und das Bad haben könnte, gibt Palm Entwarnung: „In extremen Ausnahmefällen wird das Bad kurzzeitig frostfrei geheizt.“ Das hatten die beiden Initiativen Bürger.Bad.Godesberg und „Kurfürstenbad bleibt!“ im Herbst gefordert. Unabhängig davon dient das geschlossene Kurfürstenbad der Stadt als Ersatzteillager, Technik und Inventar werden für andere Bäder genutzt.

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