"Novemberblues": Eine Miss Marple mit rheinischem Humor

"Novemberblues" : Eine Miss Marple mit rheinischem Humor

Petra Raya Limbach liest im Familienzentrum aus ihrem vierten Krimi. Ihr neues Projekt ist ein Kinderbuch.

Lisa Schmitz gilt als die "Rheinische Miss Marple". Wie ihr britisches Pendant gerät sie immer wieder unfreiwillig in Kriminalfälle, die sie mit humorvoller Schlagfertigkeit löst. Krimiautorin Petra Raya Limbach schickt ihre patente Eckbüdchenbesitzerin aus Köln-Ehrenfeld im mittlerweile vierten Fall quer durch die Region bis ins Bergische Land.

Aber Limbach ist nicht nur Autorin. Sie berät auch Klienten mit positiver Psychotherapie und Methoden des Schamanismus, was sie aber nicht davon abhält, ihre eigene Spiritualität in ihren Büchern mit viel Selbstironie zu betrachten. Am Freitagabend stand sie mit ihrem aktuellen Krimi "Novemberblues" auf der Kulturbühne des Familienzentrums Juco, wo sie auch Vorstandsmitglied ist.

Mit einer Mischung aus rheinischer Fröhlichkeit und düsterer Gänsehautstimmung servierte Limbach wohldosierte "Häppchen" ihres Krimis, der immer wieder unerwartete Wendungen nimmt. Wenn die Protagonistin selbst zu Wort kam und sich in "Kölsch" über moderne Kunst oder spirituelle Gesänge echauffierte, zeigte sich Limbachs komödiantisches Talent.

"Ich mag das Lokalkolorit", sagte Katja Stauch, die zum ersten Mal bei einer Lesung Limbachs dabei war. "Die Kölschen Originale sind sehr plastisch beschrieben."

Als die Zuschauer nach einer Zugabe verlangten, brachte Limbach neben indianischen Gesängen auch Auszüge aus Lisa Schmitz' nächstem Fall "Septembermond", der im Herbst 2018 erscheinen soll. Thema ist das Gleichgewichtssystem der Umwelt, in das der Mensch massiv eingreift, sowie sein eigenes, das durch die heutige Schnelllebigkeit aus der Balance gerät.

"Rastlosigkeit und Burn-out gehören leider zu unserer Multitasking-Gesellschaft dazu", meint die Autorin, die in "Septembermond" bewusst tiefe Emotionen dagegensetzt. "Die erlaubt man sich heute nicht mehr und verdrängt sie." Vermutlich wird Lisa Schmitz auch diese ernsten Themen mit bewährtem Witz und Schwung angehen.

Am Rande der Lesung verriet sie dem GA, dass sie an ihrem ersten Kinderbuch arbeitet, das von Juco-Mitarbeiterin Michaela Müller-Recht illustriert wird. In "Purzelwurz und der Hopti-Dopti-Tag" geht es um einen Baumkobold, der einem kleinen Mädchen zeigt, dass seine als Handicap empfundene Größe in Wahrheit eine Stärke ist.

Hier knüpft Limbach an Astrid Lindgren an, mit der sie als damals 13-jährige Nachwuchsautorin korrespondierte und die sie animierte, weiterzumachen. "Das hat mich beflügelt, am Ball zu bleiben", so die Autorin. Erste Lesungen aus ihrem Kinderbuch soll es im Frühjahr geben.

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