Gemeindearbeit soll präsenter werden: Kirchenausschüsse werben um Mitglieder

Gemeindearbeit soll präsenter werden : Kirchenausschüsse werben um Mitglieder

Offensive für mehr Transparenz und Einbindung.

Die fünf Kirchausschüsse im Südviertel sind unterschiedlich stark besetzt. "Manche Kirchausschüsse brauchen Verstärkung", sagt Stephanie Rieder-Hintze, Pfarrgemeinderat-Vorstandsmitglied, Südviertel.

Da Ausschusssitzungen per se öffentlich sind, mit Ausnahme von Personalangelegenheiten, hatte der Pfarrgemeinderat des Seelsorgebereichs Bad Godesberg in seiner Sitzung Ende November alle Ausschüsse darum gebeten, ihre Sitzungstermine und Tagesordnungspunkte in den Schaukästen auszuhängen.

"Wenn es gelingt, durch die öffentliche Bekanntgabe interessierte Menschen einzuladen, dann begrüßen wir das sehr", so Rieder-Hintze. Auch Pfarrverweser Wolfgang Biedaßek verspricht sich viel von der Veröffentlichung. "Ehrenamtliche und Hauptamtliche ziehen hier ganz klar an einem Strang, damit wir möglichst viele Menschen zur Mitarbeit motivieren können."

Den Anfang machte der Kirchenausschuss Herz Jesu mit seiner Sitzung am 11. März. Wenngleich bei der Premiere noch kein Gemeindemitglied der öffentlichen Einladung in Lannesdorf gefolgt war, begrüßte die Vorsitzende Renate Müller-Dresen die Idee des Pfarrgemeinderats.

"So wird unsere Arbeit der Gemeinde etwas präsenter." Frieden Christi auf dem Heiderhof hatte Dienstagabend zu seiner öffentlichen Sitzung eingeladen, und der Ausschuss St. Severin lässt sich an diesem Donnerstag, um 20 Uhr im Pfarrzentrum in der Kollgasse über die Schulter schauen.

"Wir haben die Gemeindemitglieder bisher viel zu wenig mitgenommen", sagte der Vorsitzende Rainer Gross. Kommunikation sei ein generelles Problem in der Kirche. "Ich war lange kommunalpolitisch tätig und weiß, wie wichtig es ist, Menschen zu informieren."

Auch die Kirchenausschüsse St. Albertus Magnus und St. Martin werden künftig mit einer Ankündigung in den Pfarrnachrichten zu ihren Sitzungen einladen.

Mit der neuen Transparenz werben die Kirchausschüsse um Mithilfe. "Wir haben auf dem Titularfest im November den Gottesdienst gestaltet und uns vorgestellt", berichtete Hiltrud Junge, Vorsitzende des Kirchenausschuss Frieden Christi.

An Aushängen im Foyer konnten Gemeindemitglieder anschließend per Klebepunkt markieren, welche Projekte beibehalten werden sollten. "Wir haben erklärt, dass wir Personen suchen, die uns bei bestimmten Projekten unterstützen", so die Vorsitzende, die daraufhin erste Rückmeldungen erhielt und in Kürze eine Jahresplanung erstellen will.

Ein Aushang in der St.-Severin-Kirche mit dem Aufruf, Vorschläge und Anregungen zu formulieren, stieß nach Angaben von Gross auf wenig Resonanz. Größer sei die Bereitschaft hingegen bei der persönlichen Ansprache, was auch Berthold Hübers bestätigt.

"Viele Leute, die wir angesprochen haben, wollten zwar nicht im Kirchausschuss tätig sein, uns aber gerne in unverbindlicher Form unterstützen", so der Vorsitzende von St. Albertus Magnus.

Daraus entwickelte sich in Pennenfeld die Idee eines Unterstützerkreises. "Damit können wir die flexible Mitarbeit besser organisieren und im Bedarfsfall abrufen", so Hübers. Der Kirchenausschuss St. Albertus Magnus hatte seine Mitglieder und die Schwerpunkte seiner Arbeit am vergangenen Sonntag im Gottesdienst vorgestellt und um Mithilfe gebeten.

Im Anschluss standen die Mitglieder für Fragen zur Verfügung und konnte bereits erste Anmeldungen für den Unterstützerkreis verbuchen.

Der Kirchenausschuss St. Martin will am kommenden Sonntag beim Gemeinde-Frühstück nach der Messe einen Aufruf für weitere Unterstützer starten, und auch in Lannesdorf wird aktiv um geworben.

"Da der Kirchausschuss nicht alle Aktivitäten alleine durchführen kann, brauchen wir Helfer", so die Vorsitzende Renate Müller-Dresen, "die sich bereiterklären, uns bei einzelne Aktivitäten wie dem Plausch am Turm nach der Vorabendmesse, dem Seniorentreffen oder dem Erntedankfest zu unterstützen".

Zu diesem Zweck werden alle Ansprechpartner der einzelnen Aktionen in einer Helferliste aufgeführt, die noch vervollständigt werden soll. Auch hier setzt man auf direkten Kontakt. "Wir möchten neue Helfer durch persönliche Ansprache zum Mitmachen aktivieren."

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