Interview: Kinsky und Mockridge über Auftritt im Kinopolis

Interview : Kinsky und Mockridge über Auftritt im Kinopolis

Margie Kinsky und Bill Mockridge sprechen im Interview darüber, warum sie bei „Kinopolis fairbindet“ auftreten

Ihre Familie engagiert sich regelmäßig für soziale Projekte. Sie sammeln seit vielen Jahren Spenden für den Verein Sterntaler. Wie kam es nun zu der Kooperation mit „Bonn-Rhein-Sieg fairbindet“?

Bill Mockridge: Wir leben nach dem Motto: „Kehre vor deiner eigenen Tür“. Vor einigen Jahren sollte ich etwa Botschafter für Unicef werden, gleichzeitig erreichte mich die Anfrage der Sterntaler. Es stand außer Frage, dass ich mich für die Stadt engagieren möchte. Dasselbe gilt nun für „Bonn-Rhein-Sieg fairbindet“: Für die Region, in der wir leben, wollen wir uns auch einsetzen.

Im Kinopolis geht es um Inklusion am Arbeitsplatz. Wie wichtig ist Ihnen das Thema persönlich?

Mockridge: Ich habe erst kürzlich in einer Fernsehsendung einen jungen türkischen Comedian vorgestellt, der im Rollstuhl sitzt. Dieser Mensch hat mich unglaublich begeistert. Er geht mit seiner körperlichen Behinderung bemerkenswert offen um und macht sie zum Bestandteil seiner Arbeit als Komiker. Er versteckt sich nicht hinter seiner vermeintlichen Einschränkung.

Margie Kinsky: Niemand sollte die Welt nur durch eine rosarote Brille betrachten. Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass das Schicksal auch anders kommen könnte.

Weshalb sollte niemand Ihren Auftritt im Kinopolis verpassen?

Kinsky: Erstens, weil wir sehr lustig sind (lacht). Und zweitens, gilt doch immer noch das schöne alte Sprichwort: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“

Mockridge: Mir all‘ sin bönnsch, mir all‘ han Herz. Das wollen wir weitergeben.

Sie zeigen an dem Abend Ausschnitte aus Ihrem gemeinsamen Bühnenprogramm „Hurra, wir lieben noch“. Lernt das Publikum, wie man für immer glücklich zusammenbleibt?

Mockridge: Unsere Zuschauer lernen schon ein paar Kniffe, aber vor allem, was eine gute Partnerschaft überhaupt ausmacht: nämlich Teamwork. Die große Leidenschaft ist irgendwann nicht mehr vorhanden. Dann müssen wir uns fragen, was wir im Leben eigentlich wollen. Margie und ich haben für uns festgestellt, dass wir unseren Alltag mit möglichst viel Humor und Lebenslust bewältigen wollen. Ganz ohne Machtspiele.

Kinsky: Wir kommen aus einer Generation, in der noch versucht wurde, angeknackste Dinge zu reparieren. Die Jugend von heute gibt viel zu schnell auf. Wir befinden uns leider in einer Wegwerfgesellschaft. Ob das nun eine beschädigte Pfanne, ein Radio oder eben eine Beziehung ist – es sollte erst einmal abgewartet werden, denn die meisten Dinge lassen sich lösen, wenn wir nur hartnäckig genug daran arbeiten.

Handelt es sich dabei um das Geheimnis Ihrer Ehe?

Mockridge: Gut möglich. Unsere Zuschauer erleben auf der Bühne eine temperamentvolle Italienerin und einen stoischen, ruhigen Kanadier. Wir sind zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber mit Respekt und Humor trotzdem einen gemeinsamen Weg gefunden haben.

Kinsky: Wir sind geduldig miteinander. Und wenn wir das seit 35 Jahren schaffen, dann wird das ja wohl auch zwei Pappnasen aus Beuel gelingen.

Ihre sechs Söhne sind mittlerweile aus dem Haus, trotzdem wird es nicht ruhiger in Ihrem Leben...

Kinsky: Die kommen ja alle immer wieder. So ist das mit Kindern und das hält uns jung. Die Oma sagte immer: „Ein Kind macht nur Sorgen. Hast du sechs Kinder, hast du sechsmal Sorgen.“ Gewissermaßen stimmt das. Wir sind immer mit irgendetwas beschäftigt.

Mockridge: Wir telefonieren fast jeden Tag mit unseren Jungs. Und im Sommer sind wir jedes Jahr zwei Monate gemeinsam in Kanada oder bei Margies Familie in Italien. Das hält uns wach, das hält uns jung.

Gehen Sie sich denn auch mal gegenseitig auf die Nerven?

Kinsky: Natürlich. Jeder hat seine Macken, sonst wären wir ja keine Menschen. An Bill nerven mich Eigenschaften, die eigentlich positiv sind. Etwa seine unfassbare Ruhe. Oder sein großes Herz. Dann sage ich ihm: „Hör mal, du bist zu gut für die Welt.“

Mockridge: Letzten Endes sage ich immer, dass wir uns nicht ändern wollen. Margie geht mir auf den Senkel, weil sie immer Recht behalten will. Aber das nehme ich gerne in Kauf.

Kinopolis fairbindet findet statt am Montag, 25. März, 18.30 Uhr im Kinopolis, Moltkestraße 7-9.

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