Georallye des Steinmann-Instituts: Ausflug in die Vergangenheit

Georallye des Steinmann-Instituts : Ausflug in die Vergangenheit

Steinzeitliche Gräber, Skelette und Vulkane. Das alles klingt zwar interessant, scheint aber irgendwie ganz weit weg zu sein. Dass geologische Abenteuer auch direkt vor unserer Haustüre stattfinden, erfuhren die Teilnehmer der Georallye des Steinmann-Instituts der Uni Bonn am Sonntag.

Unter dem Motto "Geologie am Rhein zwischen Bonn und Koblenz" konnten sie sich auf die Spuren von Wissenschaftlern begeben. An neun Stationen erklärten Fachleute vor Ort Aspekte der Geologie im Rheintal. "Wir wollen ein Fenster in die Geschichte der Erde öffnen und einmalige Fundstellen in unserer Nähe zeigen", sagte Carole Gee vom Steinmann-Institut. "Es geht letztlich um Gesteine und Fossilien. Fossilien zeigen die Geschichte des Lebens, Gesteine die Geschichte der Welt."

Die Rallye findet schon zum elften Mal statt, erste Anlaufstelle war das Goldfußmuseum des Instituts. Dort konnten die Teilnehmer Informationen über die verschiedenen Standorte einholen und sich die Ausstellungen über Fossilien anschauen. Zudem gab es Mikroskope, mit denen die rund 60 Geologie-Interessierten die Schale von einem Dinosaurier-Ei oder einen Urzeitkrebs genauer unter die Lupe nahmen.

Doch auch die anderen Stationen hatten einiges zu bieten, es ging unter anderem zur Steinbruchwand Rabenley in Oberkassel. In ihrer Nähe wurde 1914 ein Doppelgrab gefunden, dessen menschliche Skelette um die 14.000 Jahre alt sein sollen. Außerdem stand der Laacher See in der Osteifel auf dem Programm, der einmal durch einen Vulkanausbruch entstanden ist.

"Die Rallye ist super, weil man sich schon mal vorab über das informieren kann, was man später vielleicht noch mal intensiver besichtigen will", sagte Teilnehmerin Ute Reiners. Sie war aus Mönchengladbach angereist und versuchte, alle neun Stationen abzufahren. "Das ist einfach unsere Geschichte, da gehören wir mit zu", fand Ehemann Horst.

Die Idee der Rallye sei sehr gut, besonders die Informationsvermittlung der Fachleute, fügte der 52-Jährige hinzu. Die beiden waren zum ersten Mal dabei, anders als Hobby-Geologe Bodo Wienowiecki aus Bonn. "Ich habe das schon ein paarmal mitgemacht, und es ist nach wie vor gut", befand der 64-Jährige. "Es ist einfach interessant, die Geschichte der Erde näher zu beleuchten."