Sieg in Mönchengladbach: Bonner SC-Trainer Zillken lebt Leidenschaft vor

Sieg in Mönchengladbach : Bonner SC-Trainer Zillken lebt Leidenschaft vor

Der Bonner SC hat in Mönchengladbach gut verteidigt, aufopferungsvoll gekämpft und einen 1:0-Sieg gefeiert. Das Team setzte das um, was Trainer Daniel Zillken vorlebt.

Daniel Zillken ist Trainer aus Leidenschaft. Die 393 Zuschauer im Rheydter Grenzlandstadion bekamen fast sekündlich zu hören, wie der Coach des Fußball-Regionalligisten Bonner SC Fußball lebt. Fast jede Aktion, egal ob die in seinem Sinne ablief oder eben nicht, begleitete der BSC-Trainer lautstark. Dass Zillken nach dem sicherlich wertvollen 1:0 (1:0)-Erfolg bei der hoch eingeschätzten und hochkarätig besetzten U23 von Borussia Mönchengladbach noch die Stimme erheben konnte, um den ausgepumpten Spielern im obligatorischen Kreis nach dem Schlusspfiff zu gratulieren, dürfte nicht nur Hals-Nasen-Ohren-Ärzte verwundern.

Als Belohnung für den Sieg gibt's eine Trainingseinheit

Als beispielsweise Bonns Mittelfeldspieler Adis Omerbasic in der Anfangsphase der Partie von der Schiedsrichterassistentin Nadine Westerhoff einen Eckball forderte und dabei kurzzeitig die Rückwärtsbewegung vergaß, war es der Brüller von Zillken, der den 25-Jährigen die Beine in die Hand nehmen ließ. Auch die Assistentin bekam später die Leidenschaft des BSC-Trainers zu hören. Nach einem Foul an Shunya Hashimoto, das die Dame an der Linie anders interpretierte als der Bonner Übungsleiter, war Zillken nicht mehr zu bremsen. Für Schiedsrichter Tobias Severin Anlass, den Bonner Coach zu ermahnen. Aber auch mit der deutlichen Ansage des Unparteiischen im Gepäck strapazierte der BSC-Cheftrainer seine Stimmbänder – bis zum Schlusspfiff.

„Gerade nach einer Führung müssen die Jungs aktiv bleiben“, erklärt der 51-Jährige. „Jeder muss den Ball haben wollen. Du brauchst Ballbesitz und Spielkontrolle.“

In der 28. Minute hielt Zillken inne. David Bors hatte den Ball in der eigenen Hälfte erobert und rechtzeitig auf den startenden Bernard Mwarome gepasst. Mwarome wiederum sah Hashimoto, der den Ball millimetergenau ins lange Eck zum 1:0 zirkelte. Der Abschluss eines perfekten Konters. „Besser kannst du nicht umschalten“, meinte Zillken später.

Spätestens da war der von David Bors verschossene Elfmeter aus der zweiten Spielminute vergessen. „Ich wollte eigentlich in die Mitte schießen, habe es mir dann aber anders überlegt“, sagte der achtfache Torschütze. „Schlecht geschossen war der Elfmeter trotzdem nicht.“ Der BSC machte nach der Führung weiter, war mit seinen Kontern immer gefährlich, während der Mannschaft von Trainer Arie van Lent herzlich wenig einfiel. „Wir haben die komplette Offensive mit Kraus, Makridis und Bennetts sehr gut verteidigt“, lobte Zillken. Auch deshalb blieben die Aktionen des 2,8 Millionen-Mannes Keanan Bennetts, der von der U19 der Tottenham Hotspurs vor der Saison zu den Fohlen gewechselt war, überschaubar. „Wir haben heute nicht viel zugelassen“, meinte BSC-Kapitän und Innenverteidiger Mario Weber. „Der Engländer war nicht schlecht, aber heute zumindest ausrechenbar.“

Überhaupt fiel den Gastgebern an diesem Abend nicht viel ein. Das gefällige Kombinationsspiel der Mönchengladbacher endete meist am Strafraum des BSC. „Ein Verdienst meiner Mannschaft, die mit viel Leidenschaft und aufopferungsvoll gekämpft hat“, meinte Zillken. Zwei Fernschüsse durch Mandela Egbo (38.) und den eingewechselten Mirza Mustafic (67.) waren die magere Ausbeute der Gladbacher U23.

Für Zillken blieb es trotzdem bis zum Schlusspfiff ein Spiel, das an die Nerven ging. „Wir hätten gerne den Deckel draufgemacht. Aber das ist uns leider nicht gelungen.“ Die größte Chance zum 2:0 vergab David Bors, der in der 61. Minute das Tor der Gastgeber nur um wenige Zentimeter verfehlte. Drei Minuten vor dem Abpfiff hätte auch noch Mwarome auf 2:0 stellen können. Zur Belohnung für den nicht unbedingt erwarteten Dreier gab's am Samstag eine Trainingseinheit und ein gemeinsames Frühstück. „Natürlich waren das wichtige Zähler. Aber wir haben noch nichts erreicht“, meinte der BSC-Coach. „Am Freitag kommt Wuppertal.“

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