Traktorfahrt in Swisttal-Heimerzheim: 22 Junggesellen nach Unfall noch im Krankenhaus

Traktorfahrt in Swisttal-Heimerzheim : 22 Junggesellen nach Unfall noch im Krankenhaus

Nach dem Unglück bei einer Traktorfahrt am Sonntag in Swisttal-Heimerzheim befinden sich 22 Schwerverletzte weiterhin im Krankenhaus. Ein Experte sucht derweil nach der Unglücksursache.

Die 22 Schwerverletzten, die am Sonntagmittag auf dem Weg zum Junggesellenfest in Heimerzheim, mit einem Traktoranhänger umgekippt sind, befinden sich nach wie vor im Krankenhaus. „Unsere Jungs und Mädels sind den Umständen entsprechend wohl auf“, teilte der Junggesellenverein (JGV) Walberberg am Montag mit. „Wir haben von allen Schwerverletzten eine Rückmeldung und können sicher sagen, dass alle außer Lebensgefahr sind“, erklärte der JGV. Eine Delegation von 28 jungen Leuten aus Walberberg, Merten und Brenig hatten sich am Sonntagmorgen mit dem landwirtschaftlichen Gespann auf dem Weg von Walberberg nach Heimerzheim gemacht, um das Fest des befreundeten JGV zu besuchen.

Was als fröhlicher Ausflug geplant war, endete am Sonntagmittag gegen 12.30 Uhr kurz vor dem Ziel in Heimerzheim mit einem Großeinsatz für die Rettungskräften von Feuerwehr und Rettungsdiensten. In einem Kreisverkehr an der Ecke Metternicher Weg und L 163 kippte der Anhänger zur Seite, alle 28 Mitfahrer, 25 Männer im Alter von 16 bis 29 Jahren sowie drei Frauen im Alter von 20 bis 23 Jahren, stürzten auf die Straße. Ein schwerst verletzter Junggeselle musste mit einem Rettungshubschrauber in die Kölner Uniklinik gebracht werden, weitere 21 junge Leute verletzten sich schwer, sechs leicht.

„Massenanfall von Verletzten plus eingeklemmte Person“ lautete darum die Alarmierung von Feuerwehr und Rettungsdiensten. „Als wir vor Ort eintrafen, war die eingeklemmte Person bereits befreit, darum konnten wir sogleich dabei helfen, die vielen Verletzten zu versorgen“, erklärte Christian Klein, Pressesprecher der Feuerwehr Swisttal, auf GA-Anfrage. Rund 100 Einsatzkräfte eilten zum Ort des Geschehens, darunter 35 Feuerwehrleute aus Heimerzheim, Ludendorf und Miel sowie 26 Rettungswagen inklusive Notärzten aus dem gesamten Rhein-Sieg-Kreis, aus Euskirchen, Brühl, Wesseling und Köln. Außerdem waren zwei Rettungshubschrauber und ein Team der Psychosozialen Unterstützung Bonn/Rhein-Sieg im Einsatz.

Sachverständiger soll Unfallursache klären

Beim Eintreffen der Rettungskräfte hatten bereits eine Fülle von Ersthelfern ganze Arbeit geleistet, berichtete Klein. „Diese Ersthelfer hatten damit begonnen, Verletzte zu verbinden oder zu betreuen. Wie ich hörte, haben die das sehr gut gemacht“, so Klein. Auch der JGV Walberberg dankte für die schnelle Hilfe der Ersthelfer und der Einsatzkräften. „Innerhalb von wenigen Minuten haben uns viele Verkehrsteilnehmer mit Erste-Hilfe-Maßnahmen unterstützt.“ Als Anlaufstelle und für die seelsorgerische Betreuung von Betroffenen und Angehörigen stellten die Elterninitiative Kinderkurse und die Gemeinde Swisttal den Neubau der Kita am Kreisel zur Verfügung, wie Jeannine Kunz von der Pressestelle der Gemeinde Swisttal auf Anfrage des General-Anzeigers sagte.

Zur Klärung der Unfallursache hat die Polizei einen Sachverständigen hinzugezogen, der sich am Sonntag das verunfallte Gespann an Ort und Stelle anschaute, wie ein Sprecher der Bonner Polizei dem General-Anzeiger sagte. Nach der Auswertung erster Zeugenaussagen könnten einige Mitfahrer während der Fahrt durch den Kreisel „gestanden oder sich bewegt haben“, so der Polizeisprecher. Darum sei nicht auszuschließen, dass sich dadurch der Anhänger bei der mehrfachen Fahrt durch den Kreisverkehr aufgeschaukelt habe und anschließend umgekippt sein. Das Gutachten des Sachverständigen stehe allerdings noch aus.

Gegen den 18 Jahre alten Fahrer des Gespanns aus Bornheim, der laut Polizei nicht alkoholisiert war, ermitteln die Beamten wegen fahrlässiger Körperverletzung. Laut Straßenverkehrsordnung dürften landwirtschaftliche Gespanne in Ausnahmefällen zwar Personen transportieren, allerdings laut Verordnung nur „auf geeigneten Sitzgelegenheiten“. Diese hat es, nach ersten Erkenntnissen der Polizei, in dem Anhänger aber nicht gegeben.

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