Konzert-Event: Buschhovener Musiktage sind eröffnet

Konzert-Event : Buschhovener Musiktage sind eröffnet

Künstlerischer Zwist begleitet die Eröffnung des Musikevents. Sängerin Sabine Eichner steigt aus dem offiziellen Programm aus und singt nach dem Konzert.

Um „Heimat“ in allen Variationen geht es bei der sechsten Auflage der Buschhovener Musiktage, die bis Sonntag, 16. September, an verschiedenen Stätten in der Swisttaler Ortschaft über die Bühne geht. Einen Vorgeschmack auf die zu hörenden Werke mit musikalischen Erklärungen und Hintergrundinformationen – stets mit Bezug zum Thema – gab es am Donnerstag bei der Auftaktveranstaltung im katholischen Pfarrheim.

„Wir haben uns für dieses Motto entschieden, da die Pfarrkirche den 50. Jahrestag ihrer Grundsteinlegung feiert“, sagte Adelheid Willers, die die Musiktage vor Jahren auf den Weg gebracht hat und sie bis heute organisiert. Dass gerade Heimat in den Swisttaler Orten wegen ihrer langen Geschichte eine besondere Bedeutung hat, betonte auch Schirmherrin Ilka von Boeselager.

Schon das abendliche Intro mit Oliver Schiepek, der auf dem Dudelsack auch kölsche Weisen spielte, erntete begeisterten Applaus. Beeindruckend waren die Erläuterungen von Pianist Theo Palm zu den Zyklen des bretonischen Musikers Didier Squiban, der „sich in Sprache und Kultur als bretonischer Pianist und Komponist eine Eigenständigkeit bewahrt hat, die auch Heimat bedeutet“.

Volkslieder von Beethoven und Haydn

Ariane von der Heyden-Karas gab einen Einblick in die von Beethoven und Haydn komponierten Volkslieder, deren Texte der Schotte George Thomson gesammelt hat. Und sie erzählte ihre Definition von Heimat, der eng mit Musik verbunden sei. Gemeinsam mit Markus Kreul am Klavier präsentierte die Sopranistin zwei Lieder, die auch beim Abschlussabend der Konzertreihe am Sonntag, ab 17 Uhr in der Versöhnungskirche zu hören sein werden. Kreul erläuterte in seiner Moderation noch einmal die enge Beziehung zwischen Heimat und Kirche. „Die Kirche in Buschhoven ist der Mittelpunkt des Ortes. Das zeigt sich bis heute auch an der Verehrung der Rosa Mystica“.

Während der Begriff Heimat seine Bedeutung für Buschhoven den Zuhörern noch einmal deutlich wurde, machte die Sängerin Sabine Eichner ganz neue und andere Erfahrungen. Wegen musikalischer Differenzen mit Kreul, die im Vorfeld entstanden waren, gehörte die Wahl-Buschhoverin – sie wohnt seit 20 Jahren im Dorf – zum ersten Mal bei den Musiktagen nicht zu den auftretenden Künstlern, sondern blieb im wahrsten Sinne des Wortes vor der Tür stehen. Bei der Programmgestaltung und der Verpflichtung der Künstler war für Sabine Eichner klar, dass sie wieder mitmacht.

Klavier oder Cello sollen begleiten

Die Auswahl der Werke, es sollten Volkslieder von Brahms sein, stand fest. Stein des Anstoßes war die Wahl der instrumentalen Begleitung: Klavier oder Cello. Eichner: „Die Begleitung mit Cello ist einfach schöner. Mit Klavierbegleitung hätte ich auftreten können. Das wollte ich aber nicht. Es handelt sich doch um Volkslieder. Die Leute, die diese Lieder früher unterwegs gesungen haben, hatten doch auch kein Klavier auf dem Rücken“.

So entschloss sich die Sängerin, ihre Lieder gemeinsam mit dem Cellisten Johan Nemes spontan nach „der Veranstaltung drinnen vor der Eingangstür draußen zu singen“. Wenige Passanten blieben stehen, um Liedern wie „O schönste Schäf'rin mein“ zu lauschen. Von den Kollegen ließ sich niemand sehen – für Eichner eine Enttäuschung. „Künstlerische Differenzen sollte man klären. Buschhoven ist meine neue Heimat, aber ich wurde draußen gelassen.“

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