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Einsatz für den Frieden: Rheinbach schließt Partnerschaft mit Douaumont

Einsatz für den Frieden : Rheinbach schließt Partnerschaft mit Douaumont

Der Rat der Stadt Rheinbach hat eine „Partnerschaft des Friedens“ mit der französischen Gemeinde Douaumont beschlossen. Einstimmig beauftragte das Stadtparlament am Montag die Verwaltung, die Unterzeichnung in die Wege zu leiten.

Auch in Douaumont seien bereits entsprechende Beschlüsse gefasst worden, sagte Bürgermeister Stefan Raetz. Der Termin für die Unterzeichnung sei auf den 21. Februar, den Jahrestag des Beginns der Schlacht um Verdun im Ersten Weltkrieg festgelegt worden.

Douaumont ist eines der vor 103 Jahren zerstörten lothringischen Dörfer bei Verdun, das wegen der vielen Leichen und Blindgänger sowie Giftgas im Untergrund nicht wieder aufgebaut wurde. Obwohl zerstört und ohne Einwohner, hat Douaumont bis heute seinen Status als französische Gemeinde behalten. Der Ort hat eine Postleitzahl und es gibt einen Bürgermeister, der vom Präfekten des Departements Meuse bestimmt wird.

Raetz bezeichnete die Patenschaft des Friedens, angesichts des unglaublichen Leids im „Grande Guerre“ (großen Krieg), als etwas Besonderes. Seit fünf bis sechs Jahren gibt es nach seinen Worten jährlich mehrere Begegnungen auch von Jugendlichen beider Seiten. Er habe bei solchen Fahrten erlebt, dass die jungen Leute sich auf der Hinfahrt noch unbekümmert verhielten, während sie auf der Rückfahrt stiller geworden seien.

Die Stadt habe den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge angesprochen, die Konrad-Adenauer- und die Friedrich-Ebert-Stiftung hätten Unterstützung zugesagt. Birgit Formanski (SPD) regte an, auch andere wie die Deutsch-Französische Gesellschaft einzubinden. Man solle die Partnerschaft mit Leben erfüllen, sagte sie, sprachkundige Personen ausfindig machen und das Thema in den Schulen behandeln.

Raetz will als Mitglied dieser Gesellschaft dort etwas aktivieren und hofft auf viel ehrenamtliches Engagement. Wie berichtet, hatten sich der Bürgermeister von Douaumont, Olivier Gérard, und Raetz kürzlich in Rheinbach mit Vertretern aller Stadtratsfraktionen, dem Leiter der Kommunalakademie der Adenauer-Stiftung, Philipp Lerch, und den Militärhistorikern Markus Klauer (Lille, Frankreich) und Peter Baus (Rheinbach) getroffen. Gérard ist auch Direktor des Gebeinhauses von Douaumont, in dem die Überreste von 130.000 nicht identifizierten Opfern der Schlacht um Verdun bestattet sind. In dem Gemetzel, das von Februar bis Dezember 1916 dauerte, wurden auf beiden Seiten schätzungsweise 350.000 Soldaten getötet.