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Neue Medien am Städtischen Gymnasium: Digitaler Unterricht in Rheinbach

Neue Medien am Städtischen Gymnasium : Digitaler Unterricht in Rheinbach

Das Städtische Gymnasium Rheinbach zeigt sein mediales Pilotprojekt. Schüler lernen den Umgang mit Handy und Tablet.

Tafel, Schwamm und Kreide – das war einmal. Heutzutage steht der (noch analoge) Lehrer am digitalen HD-Panel, einer elektronischen Tafel, und zeigt mit diesem Gerät Unterrichtsinhalte oder Filme in hochauflösender Bildqualität. Anders als früher landen die Ideen und Texte der Schüler des Städtischen Gymnasiums Rheinbach nicht in einem Heft oder einer Arbeitsmappe, sondern in einer „Wolke“ (auf englisch „Cloud“). In der Cloud, einer Art digitaler Speicherplatz, können die Mädchen und Jungen das Erarbeitete ablegen. Diese Form des digitalen Unterrichts ist Teil eines Pilotprojekts am Städtischen Gymnasium, welches sich Interessierte am Samstag, 25. November, leibhaftig ansehen können. Von 9 Uhr bis ist circa 12 Uhr ist in der Schule an der Königsberger Straße Tag der offenen Tür.

Die Zeiten, da Lehrer ihren Schülern den Rücken zuwandten, um mit Kreide die Tafel zu befüllen, sind in den zwei Klassenräumen des Rheinbacher Pilotprojektes passé. „Wir schätzen uns glücklich, dass wir bei dieser neuen Form des Unterrichts mitmachen können“, berichtet Schulleiter Stefan Schwarzer im Gespräch mit dem General-Anzeiger. Ein Halbjahr lang möchte seine Schule diese digitale Variante des Unterrichts zunächst ausprobieren. „Mit den Eltern ist das abgesprochen, wir haben sie für das Projekt gewinnen können“, sagt Schwarzer.

12 000 Euro hat sich der Schulträger, die Stadt Rheinbach, diese zukunftsweisende Art der Bildungsvermittlung kosten lassen. Ferner habe in der Schule ein Breitausbau stattgefunden, „der diesen Namen auch verdient“, so Schwarzer. Der Clou des Projekts ist, dass die Mittelstufenschüler wie selbstverständlich ihre Smartphones im Unterricht benutzen dürfen – freilich ausschließlich für Belange des Lernstoffs. Wenn sie nicht vonnöten sind, lagern sie auf einem Handyparkplatz: Ein blaues, laminiertes Schild zeigt, wo die multimedialen Telefone während des Unterrichts zu liegen haben. Und: Wer kein Handy hat, bekommt für die Zeit des Unterrichts ein schuleigenes Tablet.

Eine Vorreiterrolle nimmt das Städtische Gymnasium auch beim Thema G 9 ein. Als erstes Rheinbacher Gymnasium sprach sich die Schule dafür aus, so schnell wie möglich vom „Turbo-Abitur“ Abstand zu nehmen (der GA berichtete). „Wir glauben, dass sich daraus viele Vorteile ergeben“, meint der Schulleiter. Besonderen Wert legen Schwarzer und sein Kollegium auch auf die Vermittlung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer wie Physik, Mathematik, Biologie, Chemie und Informatik. „Wir setzen auf Fachlichkeit anstatt eines Einheitsunterrichts – ein bewusster Schwerpunkt, den wir setzen.“ Beibehalten möchte Schwarzer auch den Status als Halbtagsschule, mit optionaler Ganztagsbetreuung. „Jeder kann, keiner muss in die Ganztagsschule.“