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Kommentar zur Abwahl von Yvonne Kempen: Immer noch emotional

Kommentar zur Abwahl von Yvonne Kempen : Immer noch emotional

Vor zehn Jahren ist die damalige Meckenheimer Bürgermeisterin Yvonne Kempen aus dem Amt gewählt worden. Wer das Thema heute anspricht, merkt sofort, da sind noch viele Wunden, die nicht verheilt sind. Das Thema ist immer noch emotional.

Die erste Reaktion ist: Ist das schon so lange her? Die zweite Reaktion: Darüber möchte ich nicht sprechen. Wahlweise: Darüber kann man noch kein qualifiziertes Urteil abgeben! Diese Reaktionen sind verständlich, denn nachdem die damals junge Bürgermeisterin mit den vielen neuen Ideen zunächst sogar überregional zur Geltung kam, weil sie frische Formen der Demokratie probierte, gab es bald starken Gegenwind, weil dies auch bedeutete, dass etablierten Strukturen umgangen wurden.

Einverstanden, dass wir im historischen Sinne heute noch kein Urteil über das politische Erbe von Yvonne Kempen fällen können. Wahr ist aber, dass die Stadt vor zehn Jahren geteilt war. Geteilt im Urteil über die Politik der Bürgermeisterin. Das musste wahrlich kein schlechtes Zeichen sein. Denn die Stadtpolitik war zugleich hellwach, hochpolitisiert und die Diskussionskultur auf hohem Aktivitätsniveau.

Es gab kaum lahme Sitzungen, in denen das meiste in eine Richtung lief und alle gelangweilt auf die Uhr blickten. Seitdem haben sich die Protagonisten der Stadtpolitik um Befriedung des politischen Miteinanders bemüht. Und das ist durchaus ebenfalls ein großes Lob wert, denn der Streit ist in der Demokratie zwar essenziell, aber keinesfalls Selbstzweck. Vor zehn Jahren hat er dauerhafte Wunden hinterlassen. Dass man heute nur widerwillig an diese Zeit zurückdenkt, ist klarer Beleg dafür.