NRW-Landtagspräsidentin besucht Bonner Werkstätten in Hersel: Wo Behinderte am Arbeitsleben teilnehmen

NRW-Landtagspräsidentin besucht Bonner Werkstätten in Hersel : Wo Behinderte am Arbeitsleben teilnehmen

Wochenlang hatte Bernd Abraham E-Mails an die Düsseldorfer Landtagspräsidentin Carina Gödecke geschrieben, bis sie einem Besuch der Bonner Werkstätten in Hersel zugesagt hat. Mehrere Stunden nahm sich die SPD-Politikerin denn auch Zeit, um einen Einblick in die Arbeitsmöglichkeiten von Menschen mit Behinderung zu erlangen.

Für Abraham, der als Gärtner im Dransdorfer Gartenlandschaftsbau der Bonner Werkstätten arbeitet, erfüllte sich damit eine Herzensangelegenheit. Gödecke hatte zudem den SPD-Landtagsabgeordneten für Bonn und Beuel, Bernhard „Felix“ von Grünberg, sowie Peter Kox, den Vorsitzenden des Bonner Ausschusses für Soziales, Migration, Gesundheit und Wohnen, mitgebracht. „Da ich seit vier Jahren Mitglied des SPD-Ortsvereins Hardtberg bin, wollte ich durch diese Initiative meine Partei im Landtagswahlkampf unterstützen“, erzählte Abraham stolz.

„Bernd ist der beste Beweis dafür, dass sich auch Menschen mit besonderen Fähigkeiten gesellschaftlich einbringen können“, betonte Gödecke. Integration und Inklusion würden in NRW gelebt. Allerdings finden Menschen mit Behinderung nicht überall einen Arbeitsplatz. So gebe es auch im Landtag kaum Mitarbeiter mit Handicap, meinte Gödecke. „Ich hoffe, dass sich der Landtag dafür in Zukunft öffnen wird.“

Von Grünberg forderte in dem Zusammenhang, dass „Behinderte in Zukunft Bestandteil des öffentlichen Lebens werden müssen“.

Einig waren sich Gödecke und Andreas Heß, Geschäftsführer der Bonner Werkstätten, dass nicht alle behinderten Menschen, trotz Teilhabegesetz, ihren Platz im ersten Arbeitsmarkt finden werden. Heß: „Denn die Beschäftigung hängt immer vom Grad der Behinderung ab. Für die Unternehmen muss es sich wirtschaftlich auch rechnen.“ Bei einem Rundgang durch die Arbeitsbereiche lernte Gödecke neben technischen Hilfsmitteln das engagierte Personal kennen, das die Behinderten bei ihren Tätigkeiten unterstützt. „Ich bin froh, dass ich dies hier gesehen habe. Wenn wir über Inklusion reden, geht es in erster Linie immer um den Menschen. Werkstätten bieten qualifizierte Teilhabe am Arbeitsleben. Sie gehen auf die speziellen Bedürfnisse der Menschen mit Behinderung ein“.

Begeistert zeigte sich die Politikerin über die Aktivitäten der Bonner Werkstätten im Karneval. Für die Session 2017/18 lud sie deren Tollitäten zum Narrenempfang nach Düsseldorf ein. Ein besonderes Geschenk hatte sie für Bernd Abraham dabei. Sie überreichte dem „Genossen“ den Karnevalsorden des Landtags.

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