Frauenchöre aus Japan, Hürth, Rheinbach und MGV Sechtem begeistern in Sechtem: Großes Finale mit Mozart

Frauenchöre aus Japan, Hürth, Rheinbach und MGV Sechtem begeistern in Sechtem : Großes Finale mit Mozart

Unter dem Motto "Musikalische Brücken bauen: Freundschaftskonzert Japan-Deutschland" trat zum ersten Mal der japanische Frauenchor Flower Arrangement mit den Frauenchören aus Rheinbach und Hürth um die Vorsitzenden Irmgard Zeh und Waltraud Zisskoven sowie mit dem Männergesangverein (MGV) Sechtem mit ihrem Vorsitzenden Peter Hamacher auf.

Unter der Gesamtleitung von Kimiko Bernhöft, die seit Jahrzehnten die Chorleitung der beiden Frauenchöre sowie des MGV innehat, zeigten die Sänger mit ausgewählten Werken europäischer und japanischer Komponisten eine Vielfalt an gesanglichem Können und eine stimmliche Perfektion, die das Publikum in der voll besetzen Kirche mit viel Applaus honorierte.

"Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten. Musik hat eine belebende und beruhigende Wirkung, kann tröstend und aufmunternd sein und kann Brücken bauen", zitierte Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler den österreichischen Komponisten Gustav Mahler bei der Begrüßung.

Der Auftritt des japanischen Frauenchores unter dem Dirigat von Yoicho Adachi, am Klavier begleitet von Junko Akino, fand im Rahmen einer einwöchigen Europavisite statt, in dem die Besucher aus Fernost nicht nur Köln, Frankfurt, und Amsterdam besichtigen, sondern auch Station in Sechtem einlegen konnten.

Die Verbindung zu den japanischen Sängerinnen entstand durch die Konzertreisen von 30 Rheinbacher und Hürther Sängerinnen 2016 und 2018 nach Tokyo, Kyoto und Osaka. Den Kontakt stellte damals Kimiko Bernhöft her, die sich als gebürtige Japanerin auch am Samstag wieder freute, in ihrer Muttersprache kommunizieren zu können.

Den musikalischen Auftakt übernahmen die Frauenchöre Hürth/Rheinbach mit dem ersten und letzten Satz des aus zwölf Sätzen bestehenden gleichnamigen mittelalterlichen Gedichts "Stabat Mater" ("Stabat mater dolorosa" und "Quando corpus morietur"), das der italienische Komponist Giovanni Battista Pergolesi 1736 kurz vor seinem Tod mit 26 Jahren vertonte und das damit "passend für Palmsamstag ist", erklärte Bernhöft.

Beim "Veni Domine" (F. Mendelssohn) wurde es vor dem Altar ein wenig eng, als noch die 18 Gastsängerinnen das Ensemble verstärkten und Adachi den Dirigentenstab übernahm.

Noch kurz vor dem Konzert hatten die deutschen Chöre mit ihren Gästen eine Generalprobe abgehalten. "Zunächst war das Tempo des japanischen Chorleiters ein wenig zu schnell. Aber nach drei Durchgängen klappte es gut", schmunzelte Zeh.

Als Solochor zeigten die Japanerinnen mit "Domine Deus" (Bach), "Ave Maria" (Tanaka), "Cantate Domine" (Matsushita) und "Frühlingslied" (Schumann) eine klangliche Einheit, die das Publikum begeisterte. Leichtigkeit, Fröhlichkeit und Freude verbreitete die Sopranistin Yuriko Bernhöft mit Schuberts-Kunstliedern "Die Forelle" und "An die Musik" (um 1816/17).

Einen Einblick in ihr umfangreiches Repertoire gaben die Sänger des Männergesangvereins mit "Der Jäger Abschied" (Mendelssohn), "Agnus Dei" (Bizet) und dem "Chor der Mönche" aus Verdis Oper "Die Macht des Schicksals".

Erst in der zweiten Hälfte der äußerst niveauvollen Veranstaltung brachten die Sängerinnen mit japanischen Werken und Volksliedern fernöstliche Klänge zu Gehör.

Mit Wolfgang Amadeus Mozarts Motette in D-Dur "Ave verum Corpus"- trotz seiner Kürze von 46 Takten eines der bekanntesten Werke des früh verstorbenen Komponisten - verabschiedeten sich die Chöre gemeinsam von einem begeisterten Publikum.

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