Initiative Inklusiver Arbeitsmarkt: Wo Behinderte einfach dazugehören

Initiative Inklusiver Arbeitsmarkt : Wo Behinderte einfach dazugehören

Alfter und die Gemeinde zeichnen Edeka Mohr mit dem Inklusionspreis aus.

Inklusion ist bei Edeka Mohr längst selbstverständlich. Denn seit Längerem beschäftigt das Unternehmen Menschen mit Behinderung als Praktikanten oder als Mitarbeiter in seinen Filialen in Bonn und Alfter. Zur Philosophie der geschäftsführenden Inhaberin Kirsten Mohr und ihres Bruders Christopher gehört denn auch, dass Menschen mit Behinderung ein Recht auf Arbeit haben.

Bereits im vergangenen Jahr hat Edeka Mohr eine Kooperation mit der Initiative Inklusiver Arbeitsmarkt Alfter (IIAA) mit der Verpflichtung abgeschlossen, zweimal im Jahr jeweils zwei behinderte Praktikanten einzustellen. Schon 2014 bildete die Alfterer Filiale mit Florian von Schweinitz einen Bewerber mit Handicap zum Verkäufer aus und stellte ihn fest ein.

Für dieses jahrelange Engagement erhielt das Unternehmen nun den Inklusionspreis der IIAA und der Gemeinde Alfter. Bei einer Feierstunde überreichte IIAA-Sprecherin Marie-Luise Hartung gemeinsam mit Bürgermeister Rolf Schumacher im Beisein zahlreicher Vertreter aus Kommunalpolitik und Verwaltung den Preis samt Urkunde an Kirsten Mohr und Ausbildungsleiterin Silvia Löschner.

Seit 2015 setzt sich die IIAA für die Vermittlung und Integration von Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt ein. Vorneweg war damals direkt Edeka Mohr. Diese unternehmerische Offenheit, die Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern, die Entwicklung neuer Konzepte und die Bereitschaft, Praktikumsplätze anzubieten, wolle man nun mit dem Inklusionspreis würdigen, sagte Hartung in ihrer Laudatio.

Die Geschwister Mohr sind nach dem Alfterer Paul Faßbender, Gesellschafter und stellvertretender Beiratsvorsitzender des Unternehmens Faßbender Tenten und Vorsitzender der Faßbender-Stiftung, das zweite Unternehmen, das die Auszeichnung erhält.

"Wir haben klare Bedingungen, die der Träger des Alfterer Inklusionspreises erfüllen muss. Das Unternehmen soll Menschen mit Behinderung ausbilden oder beschäftigen. Es muss sein Engagement öffentlich machen und sich mit fachlich kundigen Partnern vernetzen. All das hat Edeka Mohr vorbildlich umgesetzt und damit einen wertvollen Beitrag zu Vielfalt und Teilhabe in Alfter geleistet", hob Bürgermeister Schumacher hervor.

Dass jeder ein Recht auf ein frei gewähltes Leben habe, steht für Löschner außer Frage. "Dazu gehört oft eine Stelle auf dem normalen Arbeitsmarkt. Als großer Arbeitgeber wollen wir zeigen, wie wichtig es ist, Menschen mit Handicap aktiv einzubeziehen. Wir möchten dazu beitragen, dass sie selbstbestimmt und selbstständig leben können."

Gerührt zeigte sich Kirsten Mohr bei der Entgegennahme des Preises. "Wir alle fühlen uns unglaublich geehrt. Für uns ist es eine soziale Entscheidung, Menschen mit Behinderung einzustellen. Wir sind sehr, sehr stolz darauf, dass Florian seine Ausbildung geschafft hat."

Als ihr Schlüsselerlebnis in Sachen Inklusion bezeichnet sie ihren Kontakt mit den Schülern der Alfterer Vorgebirgsschule und deren Offenheit. Seitdem setzt sich Kirsten Mohr für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung in ihrem beruflichen Alltag ein. "Allerdings muss man dann einen Mitarbeiter abstellen, der sich besonders um diese Kollegen kümmert.

Eine Einstellung für ein Praktikum hängt allerdings auch vom Grad der Behinderung ab." Sie hofft, dass ihr Engagement viele Nachahmer findet. "Denn wir müssen da schon breit aufgestellt sein." Im Anschluss an die Preisverleihung nutzten die Gäste die Gelegenheit zum regen Erfahrungsaustausch.

Die Initiative Inklusiver Arbeitsmarkt versteht sich als Netzwerk von Arbeitgebern, Arbeitsuchenden mit Behinderung und deren Familien. Zur beruflichen Orientierung werden jeden zweiten Montag im Monat in der Zeit von 15 bis 17 Uhr Sprechstunden im Erdgeschoss des Rathauses der Gemeinde in Oedekoven, Am Rathaus 7, angeboten.

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