Ein Instrument zum Herzeigen: Neues Exponat im Haus der Alfterer Geschichte

Ein Instrument zum Herzeigen : Neues Exponat im Haus der Alfterer Geschichte

Die Zither des „Vorgebirgsrebellen“ Wilhelm Maucher, Landwirt, Friedensaktivist und Erfinder des Brombeerweins „Rebellenblut“, ist neues Ausstellungsstück des Hauses der Alfterer Geschichte.

Das Haus der Alfterer Geschichte hat ein neues Exponat. Fortan ist die Zither des „Vorgebirgsrebellen“ Wilhelm Maucher (1903-1993) Teil der Sammlung zur Geschichte des Orts. Jüngst wurde sie von Manfred Titsch, dem langjährigen Lebensgefährten des Alfterer Landwirts und Friedensaktivisten, an Mitglieder des Vorstands des Fördervereins „Haus der Alfterer Geschichte“ übergeben.

„Die Zither stammt noch von Mauchers Vater“, erläutert Fördervereinsvorsitzende Bärbel Steinkemper. Maucher habe häufig und gerne darauf gespielt. Titsch habe ihm versprechen müssen, dass das Instrument in gute Hände komme, so Steinkemper weiter. Man wolle das Stück nun bei passenden Gelegenheiten zeigen.

Maucher sei zu Lebzeiten umstritten gewesen, meint Steinkemper. Vor allem in der Adenauer-Ära habe es der bekennende und streitbare Pazifist schwer gehabt. Als Maucher 1978 den Friedensweg zwischen Alfter und Roisdorf mit den Gebotssteinen gegen Waffen, Krieg, Militarismus und Steuerverschwendung angelegt habe, hätten die Menschen schon mit dem Kopf geschüttelt, führt Steinkemper weiter aus: „Heute gibt es aber viele, die die Mahnungen mit anderen Augen sehen.“

Im Haus der Alfterer Geschichte hinter der Pfarrkirche Sankt Matthäus wird derzeit gearbeitet. Fenster werden geschliffen und gestrichen. Zugleich befassen sich die Mitglieder des Fördervereins bereits mit der nächsten Ausstellung. Sie soll laut Steinkemper zum Tag des offenen Denkmals am 9. September konzipiert werden – angelehnt an das diesjährige Motto des Tags: „Entdecken, was uns verbindet”.

Das Motto wolle man auf Alfter herunterbrechen, sagt Steinkemper. Eine Idee sei, sich mit Straßen zu beschäftigen, so Steinkemper: vom Pättchen bis zur alten Römerstraße. Über Straßen verlaufe der Handel, sagt die Fördervereinsvorsitzende weiter. Daher könnten auch Essen und Trinken ein Thema sein, ebenso wie die Sprache. Das seien alles erste Ideen, fügt sie hinzu. Klar sei aber, dass die Ausstellung über den Denkmaltag hinaus zu sehen sein solle.

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