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Sturmschäden im Jakob-Wahlen-Park: Alfter: Fällung kostet bis zu 6000 Euro

Sturmschäden im Jakob-Wahlen-Park : Alfter: Fällung kostet bis zu 6000 Euro

"Felix" im Januar und "Niklas" Ende März haben ganze Arbeit geleistet. Die Stürme entwurzelten im Jakob-Wahlen-Park in Alfter insgesamt 13 Bäume oder knickten sie zum Teil wie Streichhölzer um. Weitere 39 Tannen und 22 Laubbäume sind nicht mehr standfest und müssen demnächst gefällt werden.

Das ergab eine Bestandsaufnahme von Revierförster Arne Wollgarten zusammen mit dem Heimatverein Alfter, dem der Park gehört. Denn der Park ist ein beliebter Erholungsraum, Spaziergängern sollen keine Äste auf den Kopf fallen. Die Bäume, die demnächst gefällt werden, hat der Förster mit roten Punkten markiert. Nach den Fällungen soll der Park wieder aufgeforstet werden.

Der 430 Mitglieder starke Heimatverein beklagt nicht nur den Verlust von teils sehr altem Baumbestand. Er hat auch den wirtschaftlichen Schaden zu tragen.

Etwa 5000 bis 6000 Euro, so schätzt der Vereinsvorsitzende Georg Melchior bei einer Besichtigung des Parks, werde die fachgerechte Fällung der beschädigten und daher nicht mehr standsicheren Bäume kosten.

Melchior zeigt eine etwa 90 Jahre alte Esche. Der Sturm "Niklas" hat den 40 Meter hohen Baum deutlich zur Seite geneigt. Die Wurzel ist angehoben, der Baum droht auf einen Spazierweg zu fallen. "Deshalb haben wir den Weg gesperrt", sagt Melchior. Wer die Sperrung missachte und trotzdem den Weg benutze, handele auf eigene Gefahr.

"Wenn der umkippt, haut der hier alles platt", meint Melchior und rechnet vor: Die Fällung durch eine Fachfirma werde etwa 1500 Euro kosten. Das Holz des Baumes bringe im Verkauf aber nur 150 Euro ein.

Die Kosten muss der 1892 gegründete Verein, der seitdem auch das Gelände des Parks nach und nach erworben hat, aus der eigenen Kasse tragen. Nun will sich Melchior um Zuschüsse bemühen, denn die Pflege des Parks komme ja auch der Allgemeinheit zugute.

Die Stürme haben aber auch gezeigt, welche Bäume krank und damit instabil sind. So fegte der Wind Äste aus der Krone einer 150 Jahre alten Stieleiche in der Nähe des Spielplatzes auf der Lichtung des Parks. Die Eiche muss allein schon im Interesse der Sicherheit der Kinder gefällt werden.

Bei der Kontrolle stellte Revierförster Wollgarten auch fest, dass deren Wurzel angefault war. Dies trifft auf viele Bäume im Park zu, denn im unteren Teil des Hanges sammelt sich etwa 30 Zentimeter unter der Erdoberfläche Wasser an.

Dieses Wasser will der Heimatverein nun mit dem Einbau von Drainagen gezielt in den Teich ableiten, damit nicht noch mehr Bäume faulen. Der Teich liegt allerdings zurzeit trocken und muss neu hergerichtet werden. Dazu fehlt dem Verein aber im Moment das Geld. 25 000 Euro soll das Projekt kosten.

"Wir werden die Maßnahme wohl ins Jahr 2017 verschieben müssen", meint Melchior. Geld nimmt der Verein nur durch Mitgliedsbeiträge, die Vermietung des Grillplatzes und den Holzverkauf ein.

Melchior spricht ein weiteres Problem an, das sich auch finanziell auswirkt. Da der Altersdurchschnitt im Verein steige, es somit an Nachwuchs mangele, könnten immer weniger Mitglieder Eigenleistungen in Form von schwerer körperlicher Arbeit erbringen.

Daher müssten immer häufiger Firmen mit speziellen Arbeiten im 2,87 Hektar großen Park beauftragt werden.