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Ärger um Sitzgelegenheit: Keine Ruhe wegen der Ruhebank

Ärger um Sitzgelegenheit : Keine Ruhe wegen der Ruhebank

Jetzt könnten Beobachter der Alfterer Kommunalpolitik auf ganz böse Gedanken kommen. Nämlich in die Richtung, dass die Freien Wähler den Vorsitzenden der SPD-Fraktion, Thomas Klaus, ärgern wollen.

Wenn dem so wäre, wäre es ihnen gelungen. Doch so ist es natürlich nicht. Die vor einer Woche im Alfterer Neubaugebiet "Auf der Mierbache" an der Ecke Mirbachstraße/Jakob-Reuter-Straße aufgestellte Bank, von den Freien Wählern finanziert, soll ein Platz zum Verweilen sein. Doch für Thomas Klaus und seine Familie ist es "ein Platz zum Verzweifeln", wie er sagt. Dabei hatten es die Freien Wähler und der Heimatverein gut gemeint, als sie die 650 Euro teure Sitzgelegenheit platzierten.

"Für uns und viele andere Anwohner ist die Bank ein Ärgernis", sagt Klaus. Und das auch deshalb: Der gerade Blick von der Bank aus führt genau auf das 20 Meter entfernte Schlafzimmerfenster und das Kinderzimmer. Klaus: "Die bisherige Lärmbelästigung ist nicht akzeptabel. Die dort geführten Gespräche, bisher abends nur von Jugendlichen mit Vespas, stören unseren Schlaf. Zigarettenkippen liegen herum. Flaschen wurden dort zerschlagen, die Scherben lagen auf der Bank. Das aufgestellte Schild ,Kein Hundekot in den Abfalleimer' fanden wir in unserem Garten wieder."

Klaus hat auch beobachtet, dass an der Bank so gut wie keine Gielsdorfer vorbeikommen, die dort vom Einkaufen zu Fuß nach Hause gehen, wie es von den Freien Wählern behauptet worden sei. Allerdings seien in den Bäumen nistende Vögel vertrieben worden. Und weiter sagt Klaus: "Der Standort der Bank wurde mit uns Anwohnern nicht abgestimmt. Dies spricht nicht für die Bürgerfreundlichkeit der Freien Wähler und des Heimatvereins. Die Bank muss da weg."

Dazu erklärt der Vorsitzende der Freien Wähler, Harald Gossing: "Das ist schade. Wir wollten niemanden stören. Wir wollten besonders den alten Leuten, die von Gielsdorf nach Alfter zum Einkaufen gehen oder dort entlang spazieren, etwas Gutes tun." Der Weg sei bei Spaziergängern beliebt. Er verstehe die Aufregung nicht. Gossing plädiert dafür, "den Ball flach zu halten" und mit den Jugendlichen erst mal zu sprechen, falls es zu Lärmbelästigungen kommen sollte.

Auch Georg Melchior, der Vorsitzende des Heimatvereins Alfter, dem die Freien Wähler die Bank übergeben hatten, teilt die Auffassung von Familie Klaus nicht. Melchior weiß von vielen älteren Bürgern, die die Bank gerne nutzen und den Ausblick von dort "bis ins Siebengebirge" genießen. Und nach seiner Kenntnis würden sich abends dort keine Jugendlichen treffen. Nun müsse halt die Gemeinde Alfter entscheiden, ob die Bank dort bleiben oder versetzt werden soll.

Der Gemeinde liegt mittlerweile ein Brief von Familie Klaus vor, in dem sie die Entfernung der Bank fordert. Bürgermeister Rolf Schumacher dazu gestern: "Wir werden die Sache prüfen und dann entscheiden."