Politik will keinen Neubau: Kein Schulzentrum auf dem Siegburger Seidenberg

Politik will keinen Neubau : Kein Schulzentrum auf dem Siegburger Seidenberg

Die Politik spricht sich vor der Sitzung des Siegburger Schulausschusses gegen das ehemalige Deponiegelände an der A3 aus. Das marode Schulzentrum am Neuenhof soll saniert oder neu gebaut werden.

Die Idee von einem Neubau für Siegburgs Gesamt- und Realschule auf dem Seidenberg ist vom Tisch. Grüne und SPD haben sich vor der Sitzung des am Dienstag, 28. November, tagenden Schulausschusses gegen diese Option und für eine Sanierung des maroden Schulzentrums Neuenhof ausgesprochen. Am Dienstag lenkten auch die Fraktionen von CDU und FDP ein. Die Koalitionspartner sprechen sich für eine Sanierung oder einen Neubau an Ort und Stelle aus – und verabschiedeten sich damit von der Idee, durch ein neues Schulgebäude am Seidenberg mehr Raum für Wohnbebauung am Neuenhof zu gewinnen.

Wie mehrfach berichtet, ist das 1973 errichtete Schulzentrum nicht nur in die Jahre gekommen, es fehlt auch an Platz für die dort untergebrachte Gesamt- und Realschule sowie die 2018 auslaufende Hauptschule. Und die Zeit drängt, denn im Sommer 2019 startet die Oberstufe an der Gesamtschule. Der von der Stadt beauftragte Planer Heiner Farwick hatte in den vergangenen Monaten die Optionen Sanierung und Erweiterung des bestehenden Gebäudes, Neubau an gleicher Stelle oder auf dem Seidenberg nahe der A 3 analysiert.

Teuer wird das Projekt Schulzentrum in jedem Fall. Die Stadt muss mit mindestens 40 Millionen Euro rechnen. Im Oktober hatte Farwick zudem aufgezeigt, dass ein Neubau am Seidenberg mehr Nach- als Vorteile birgt. Er nannte Probleme durch Altlasten, da Teile zum alten Deponiegelände Seidenberg gehören, die problematische Topographie, die Nähe zur A 3 und auch die notwendige Umwandlung von Wald- zu Baufläche: Allesamt Punkte, die zu Unwägbarkeiten bei der Kostenermittlung und damit zu Schwankungen der Finanzierung zwischen fünf und bis zu 20 Millionen Euro führen können.

SPD favorisiert Sanierung

Für die SPD ein Beleg dafür, dass der Standort am Seidenberg für einen Neubau in angemessener Zeit ungeeignet ist. Daher beantragen die Sozialdemokraten, den Standort Neuenhof festzulegen und die Eltern an der Entscheidung zwischen Sanierung und Neubau zu beteiligen. „Das Verfahren muss durch die Verwaltung zeitnah vorbereitet und durchgeführt werden, auch um entsprechende Planungskosten für das Haushaltsjahr einstellen zu können“, so Fraktionschef Frank Sauerzweig. Die SPD selbst favorisiert eine Sanierung, ergänzt um den notwendigen Neubau. Das spare Zeit.

Für eine baldige Sanierung sprechen sich auch die Grünen in ihrem Antrag aus. Eine Verlegung auf die Müllkippe Seidenberg komme für sie nicht in Frage. „Die Studie erbrachte, dass die Sanierung aus pädagogischer Sicht gute Voraussetzungen für die Gestaltung zukunftsfähiger Lern- und Arbeitsräume bietet“, so die Fraktionsvorsitzende Astrid Thiel.

Fehlende Mehrheit im Rat

Mit einer fehlenden breiten Mehrheit im Rat für die Option Seidenberg begründeten CDU und FDP ihre Abkehr von der Idee. In ihrem gemeinsamen Antrag fordern CDU und FDP nun die Entwicklung eines Raum- und Funktionsprogramms für eine fünfzügige Gesamtschule und eine zweizügige Realschule am Standort Neuenhof. Daran sollen auch Lehrer, Schüler und Schulleiter beteiligt werden.

Auf Basis der anschließenden Architekturplanung für die Sanierung und den Neubau solle dann eine Kostenermittlungen erstellt werden. Dafür wollen CDU und FDP 2018 bis 2020 rund 15 Millionen Euro in den Investitionsplan stellen, die restlichen Mittel dann ab dem Haushaltsjahr 2021. Schon jetzt soll die Stadt über einen Anbau fehlende Flächen herstellen.

Der Schulausschuss tagt am Dienstag, 28. November, ab 18 Uhr im Rathaus.

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