Feuerwehrübung in Sankt Augustin: Mit Atemschutzgerät und Martinshorn zum Hallenbad

Feuerwehrübung in Sankt Augustin : Mit Atemschutzgerät und Martinshorn zum Hallenbad

Die Jugendfeuerwehr Sankt Augustin zeigt bei einer Großübung, dass der Nachwuchs gut ausgebildet ist. Zwei Personen werden aus der Schwimmhalle geborgen, was reibungslos klappt.

Dicker Rauch quillt aus dem Hallenbad am Schulzentrum in Niederpleis. Nach einer Chlorgas-Explosion durch die unsachgemäße Lagerung von Autozubehörflüssigkeiten muss der Schwimmbadbereich durch mehrere Trupps mit Atemschutzgeräten evakuiert werden. Immer mehr Feuerwehrautos mit Blaulicht fahren auf das Schulhofgelände. Was im ersten Moment dramatisch aussieht, ist eine Übung der Jugendfeuerwehr von Sankt Augustin. Rund 70 Kinder im Alter zwischen 10 bis 17 Jahren haben bei der Jahresabschlussprüfung am Samstag in Niederpleis mitgemacht.

„Heute dürfen sie sogar das Martinshorn anmachen, das geht sonst nicht, wenn sie üben”, sagte Sascha Lienesch, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr von Sankt Augustin. „In diesem Jahr gab es im Raum Sankt Augustin schon rund 500 Einsätze. Wir brauchen Nachwuchskräfte. Für die Jugendlichen ist das eine Anerkennung, dass sie hier vor Publikum zeigen dürfen, was sie im letzten Jahr gelernt haben”, so Lienesch. Die Jugendfeuerwehren treffen sich ein Mal in der Woche zum Training.

Um das Feuer zu bekämpfen, hatten die sechs Einheiten der Jugendfeuerwehren am Samstag 18 C-Rohre aufgebaut. Das Chlorgas werde mit dem Wasser „niedergeschlagen”, erklärte Kevin (11) fachmännisch. Insgesamt gab es bei der Übung drei Vermisste, die aus dem Keller und der Schwimmhalle von je zwei Trupps unter Atemschutz geborgen werden mussten. Die Verletzten trugen Brandfluchthauben mit integrierten Filtern mit Aktivkohle, damit sie nicht den im Ernstfall lebensgefährlichen Rauch einatmen.

„Alleine bei der Rettung sind rund 20 Kinder beteiligt”, berichtete Claus Fabritius, Jugendwart in Niederpleis, der in diesem Jahr die Großübung mit seiner Jugendfeuerwehr vorbereitet hatte. Nach einer Stunde war sie beendet. „Ihr seid nicht kopflos durch die Gegend gerannt, sondern habt gezeigt, was ihr gelernt habt”, lobte Sankt Augustins Bürgermeister Klaus Schumacher die Kinder und Jugendlichen. „Ich danke allen, die bei der Ausbildung mitgeholfen haben. Um die Freiwillige Feuerwehr in Sankt Augustin muss ich mir in Zukunft keine Sorgen machen, bei so vielen Nachwuchsfeuerwehrkräften“, sagte er.

Andreas Wielpütz, stellvertretender Leiter der Feuerwehr, und Claudia Feld-Wielpütz übergaben im Anschluss einen Scheck in Höhe von rund 3360 Euro. Es ist die Summe vieler Einzelspenden, die beim 90. Firmenjubiläum der Firma Elektro Feld in Sankt Augustin zusammengekommen ist. Das Geld soll für technische Geräte, aber auch für Spielmaterial für die Jugendfeuerwehr Sankt Augustin verwendet werden.