Debatte um Kita-Standort: Erneut Kritik an geplanter Kita am Kreisel in Niederpleis

Debatte um Kita-Standort : Erneut Kritik an geplanter Kita am Kreisel in Niederpleis

Zwei Privatpersonen haben einen Flyer gegen den Bau der Betreuungseinrichtung an Niederpleiser Haushalte verteilt. Stadt und Ortsvorsteher stehen hinter dem Ratsbeschluss. Der Träger sieht den Standort als unbedenklich an.

Der geplante Neubau einer Kindertagesstätte auf dem städtischen Grundstück am Kreisel an der Ecke Hauptstraße/Pleistalstraße in Niederpleis erregt weiterhin manche Gemüter. Zwei Privatpersonen haben einen Flyer an Niederpleiser Haushalte verteilt – darunter eine Anwohnerin, die bereits vor der politischen Entscheidung Unterschriften gegen die Bebauung der Grünfläche gesammelt hatte. Die Verfasser Hildegard Brodesser und Herbert Montexier werfen erneut die Frage auf, ob der Standort für eine Kita geeignet ist. Sie weisen etwa auf die Feinstaubbelastung, Lärmbelästigung und Staubelastung hin und sehen die Gesundheit der Kinder in Gefahr. Andere Standorte halten sie für besser, etwa brachliegende Flächen am Niederpleiser Friedhof.

Wie berichtet, hat sich der Rat im März bei einer Enthaltung für eine neue Einrichtung an dieser Stelle ausgesprochen. Dort sollen die Kinderzentren Kunterbunt mit ihrer Kita „Kiku Wunderland“ einziehen, die bislang in provisorischen Räumen an der ehemaligen Grundschule Freie Buschstraße untergebracht sind. Zudem werden in einem Pilotprojekt vier Einzelappartements für betreutes Wohnen junger Erwachsener eingerichtet.

Bäume sollen bleiben

Aufgrund des Schreibens hat sich der Niederpleiser Ortsvorsteher René Puffe an die Verwaltung gewandt. Er unterstreicht, dass er mit voller Überzeugung hinter dem Ratsbeschluss steht und will die aus seiner Sicht zum Teil falschen Informationen aus dem Flyer bei der Stadt hinterfragen. Etwa der Hinweis auf die neun Bäume auf dem Areal, deren Fällung das Kleinklima beeinträchtigen würde. Laut dem städtischen Beigeordneten Ali Dogan sollen nicht alle Bäume gefällt werden.

„Wir versuchen, die Bäume so weit wie möglich zu erhalten“, so Dogan, der die Argumente aus dem Flyer für fadenscheinig hält. „Wir werden aber alle rechtlichen Rahmenbedingungen wie in jedem Bauverfahren genau prüfen.“ Grundsätzlich solle der Baukörper an der Straße entstehen und so einen Lärmschutz bieten. Für die Kita sei zudem ein Mobilitätskonzept geplant.

Keine Störung durch den Berufsverkehr

„Wir haben keine alternativen Flächen in der Stadt“, so Dogan. „Aber wenn man noch nicht mal dort eine Kita bauen kann, dann könnte in Köln oder Bonn nirgendwo mehr eine errichtet werden.“ Darauf verweist auch die FDP-Fraktionsvorsitzende Stefanie Jung in einer Mitteilung. „Es scheinen dort andere Gründe als vorgegeben bei der Ablehnung des Projektes eine Rolle zu spielen“, so Jung.

Die Kinderzentren Kunterbunt als Träger haben den Standort gemeinsam mit der Stadt ausgesucht. „Wir sehen ihn als unbedenklich an“, sagt Marketingleitung Vanessa Betz auf Anfrage. Die Gruppenräume gingen nach hinten raus, das Gebäude fungiere als Schutzwand. „Träger, Eltern und Kinder freuen sich, wenn die Übergangslösung im Container endlich endet“, so Betz. Vom Berufsverkehr am Morgen sei die Kita zudem nicht betroffen. Darüber hinaus liege der jetzige Standort nur rund 100 Meter vom neuen Grundstück entfernt.

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