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2,2 Millionen Euro für Zusammenarbeit: Bonn und die Region bekommen Geld für Kooperation

2,2 Millionen Euro für Zusammenarbeit : Bonn und die Region bekommen Geld für Kooperation

Der Bund fördert die Zusammenarbeit zwischen dem Rhein-Sieg-Kreis, dem Kreis Ahrweiler und der Stadt Bonn mit 2,2 Millionen Euro. Der regionale Arbeitskreis arbeitet beim Forschungsprojekt "Neila" mit Wissenschaftlern der Technischen Universität Dortmund zusammen.

Seit der Regierungsumzug Bonn, den Rhein-Sieg-Kreis und den Kreis Ahrweiler zusammengeschweißt hat, sind verschiedene Werkzeuge für regionale Zusammenarbeit im Koffer von Bürgermeistern, Stadtplanern und Wirtschaftsförderern gelandet. Eins könnte in den kommenden fünf Jahren zum Schlüsselinstrument mit Hebelwirkung werden: Das Forschungsprojekt „Neila“ zum interkommunalen Landmanagement soll nämlich auch konkrete Vorschläge dazu machen, wie die Städte und Gemeinden Kosten und Lasten untereinander ausgleichen können.

„Die Bereitschaft, neue Flächen auszuweisen, ist sehr unterschiedlich. Manche Kommunen bräuchten für Zuzug auch neue Infrastruktur“, weiß Rhein-Sieg-Landrat Sebastian Schuster. Auch bei neuen Gewerbeflächen gibt es noch keine genauen Absprachen, wie sich die Zusammenarbeit in den Kassen der Kommunen auswirken soll. Der regionale Arbeitskreis Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler arbeitet bei „Neila“ mit Wissenschaftlern der Technischen Universität (TU) und des Instituts für Landes- und Stadtentwicklungsforschung zusammen. Das Projekt wird vom Bund mit 2,2 Millionen Euro gefördert.

„Wir wollen jetzt einen Schritt weiter gehen und in der Region die gemeinsame Flächennutzung organisieren“, sagte Projektleiter Thorsten Wiechmann, Professor an der TU Dortmund, am Montag bei einer Pressekonferenz auf Schloss Drachenburg in Königswinter. Ziel sei, Zersiedelung und Flächenverbrauch niedrig zu halten und Folgekosten jetzt schon zu berücksichtigen. Flächenmanagement als solches sei nicht neu, so Wiechmann. „Wenn es aber darum geht, Landschaft und Identität zu bewahren, dann tun sich neue Konfliktfelder und Herausforderungen auf.“

Auch Schuster plädierte dafür, „mit knappen Flächen effizient umzugehen“ und einen gemeinsamen Rahmen zu entwickeln. Aber: „Die Planungshoheit – und das ist auch nicht verhandelbar – liegt bei den Kommunen“, so der Landrat. Sein Amtskollege Jürgen Pföhler, Landrat des Kreises Ahrweiler, sagte: „Wir sitzen in einem Boot. Themen wie Wohnungsnachfrage, Starkregen oder demografischer Wandel machen ja nicht vor den Grenzen einer Stadt oder Gemeinde halt.“ Das Besondere an „Neila“ sei die Zusammenarbeit auch über eine Landesgrenze hinweg.

Für Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan ist das Forschungsprojekt „eine Chance, die gute Zusammenarbeit zu vertiefen“, zum Beispiel um den Verkehr von der Straße auf die Schiene zu holen. Nachhaltigkeit habe für ihn hohe Priorität.

Beim laufenden „Agglomerationskonzept“ unter Regie des Vereins Region Köln/Bonn wird zurzeit die räumliche Struktur in einem größeren Maßstab abgesteckt. Doppelarbeit soll es laut Professor Wiechmann nicht geben: „Das, was 'Neila' macht, ist der regionale Anschluss. Wir können außerdem sehr viel länger arbeiten und konkrete Umsetzungsschritte begleiten.“ Das bestätigte Reimar Molitor, Geschäftsführer des Vereins Region Köln/Bonn. Das „Agglomerationskonzept“ soll demnach Diskussionsbeiträge und Lösungsansätze für die kommunale Planung liefern. Mit „Neila“ könnten die Beteiligten Instrumente interkommunaler Zusammenarbeit ausprobieren und den Lasten-Nutzen-Ausgleich regeln.