Bebauungsdichte bereitet Bauchschmerzen: Einwände bei Seniorendorf in Oberpleis

Bebauungsdichte bereitet Bauchschmerzen : Einwände bei Seniorendorf in Oberpleis

Das geplante Seniorendorf in Oberpleis stößt in der Arbeitsgruppe auf breite Zustimmung, aber es gibt auch Einwände. Die Pläne für den Kirchvorplatz müssen konkreter werden.

Das Seniorendorf, das an der Probsteistraße in Oberpleis entstehen soll, nimmt Form an – zumindest auf dem Papier. „Es gibt einen neuen Planungsstand“, so Baudezernent Theo Krämer am Donnerstag bei der achten Sitzung der Arbeitsgruppe Ortsentwicklung Oberpleis. Nachdem der städtische Planungs- und Umweltausschuss im November 2017 grünes Licht für den entsprechenden Bürgerantrag gegeben hatte, wurden das Gelände, auf dem sich heute noch die Gebäude der Weiner KG befinden, vermessen und ein Planungsbüro eingeschaltet.

Der Antragsteller plant, bis auf das bestehende Fachwerkhaus alle Gebäude abzureißen und dort ein Seniorendorf mit insgesamt 103 Wohneinheiten zu errichten. Anders als in der erstmals vorgestellten Planung möchte der Investor jetzt allerdings statt der zunächst vorgesehenen 21 Bungalows 12 Doppelhäuser mit Staffelgeschoss errichten. Wie Stadtplaner Jan Schmidt weiter berichtete, sind die drei Einzelgebäude einem einzigen, riegelförmigen Komplex gewichen, der sich entlang des Friedhofs über eine Länge von 130 Metern erstreckt und entlang der Propsteistraße über weitere 50 Meter.

Hier möchte der Antragsteller 41 Pflegewohnungen, zwei Wohngemeinschaften für insgesamt 24 Bewohner und ein Pflegehotel mit 14 Plätzen unterbringen. Das separate Ärztehaus und der Dorfplatz sind in der aktuellen Version nicht mehr vorgesehen; nach wie vor erhalten bleiben soll aber das Fachwerkhaus. In diesem soll es nach erfolgter Sanierung ein Café und einen Einkaufsladen geben. Ob das Seniorendorf später exakt so aussehen wird, ist aber noch fraglich. „Wir befinden uns in der dritten Entwicklungsstufe, und das wird noch nicht das Ende sein“, so Schmidt. Im nächsten Schritt soll der Planungs- und Umweltausschuss (PUA) in seiner Sitzung am 7. November über die jetzt vorliegende Pläne beraten.

Keine Förderung im kommenden Jahr

Bei den Mitgliedern der Arbeitsgruppe stößt das Vorhaben grundsätzlich auf breite Zustimmung. „Wichtig ist, dass hier etwas geschieht“, betonte Roman Limbach (CDU). Der zunehmende Verfall des Areals sei ist nicht gut für Oberpleis. Das Thema sei aber auch vor dem Hintergrund der Bevölkerungsentwicklung von Bedeutung. „Die Senioren werden mehr und mehr.“ Und diese würden entsprechenden Wohnraum benötigen. „Das Seniorendorf ist da eine gute Lösung.“

Allerdings gab es bei der Vorstellung der Planung auch Bedenken und Kritik. So bereitet vor allem die hohe Bebauungsdichte vielen Bauchschmerzen. Befürchtet wird zudem eine Verschattung der Doppelhäuser durch den höher liegenden Gebäudekomplex. Sicher gestellt werden muss nach Ansicht der Arbeitsgruppe ebenfalls, dass die Wohnungen tatsächlich ausschließlich Senioren zur Verfügung stehen sollen. Hier empfiehlt die Verwaltung dem Planungsausschuss, Rechtssicherheit durch entsprechende vertragliche Regelungen zu schaffen. So sollen nur Personen, die älter als 60 Jahre, behindert oder als pflegebedürftig eingestuft sind, ins Seniorendorf einziehen dürfen. Eine weitere Empfehlung sieht vor, dass die Gebäude maximal über drei bis vier Vollgeschosse verfügen dürfen, was einer Höhe von 14 Metern entspricht.

Entwicklungen hat es nach Auskunft der Verwaltung auch auf der Siegburger Straße gegeben: So wird in die Hausnummer 1 demnächst ein Immobilienbüro einziehen, ein paar Schritte weiter hat eine Kindertagespflege eröffnet – vorher hatte ihr ein Oldtimerhändler seinen Betrieb. Das ehemalige Café in der Siegburger Straße 22 beherbergt jetzt eine ergotherapeutische Praxis. Und dennoch: „Die Siegburger Straße bietet nach wie vor kein gutes Bild“, so Limbach. „Hier ist noch einiges im Argen. Wir müssen dringend weiterkommen mit einem Gesamtkonzept.“

Die erhoffte städtebauliche Förderung wird es für Oberpleis allerdings im kommenden Jahr nicht geben. Wie Stadtplanerin Cornelia Gamm aus einem Gespräch mit der Bezirksregierung berichtete, sind die Pläne und die veranschlagten Kosten sowohl für das Projekt Kirchvorplatz als auch für den Busbahnhof noch nicht konkret genug. „Wenn wir im nächsten Jahr mit der Planung weiterkommen, dann können wir 2020 noch einmal einen Antrag stellen und haben dann wesentlich bessere Chancen.“ Was den Kirchvorplatz betrifft, steht die Verwaltung bereits kurz vor der Vergabe der Planungsleistung, für den Busbahnhof läuft derzeit noch die Ausschreibung.

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