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Verschönerungsverein unbeeindruckt: NRW-Stiftung kauft Königswinterer Burghof nicht

Verschönerungsverein unbeeindruckt : NRW-Stiftung kauft Königswinterer Burghof nicht

Die Nachzahlungsforderung des Landes ist ein Wermutstropfen in der positiven Jahresbilanz des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge (VVS). Dass die NRW-Stiftung den Burghof von Marc Asbeck nicht kaufen will, lässt den VVS unbeeindruckt.

Die NRW-Stiftung wird den Burghof nicht kaufen. Dies teilte der Vorsitzende des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge (VVS), Hans Peter Lindlar, bei der Mitgliederversammlung im Arbeitnehmerzentrum Königswinter mit. Ende September habe die Stiftung ihm mitgeteilt, der Vorstand habe den Beschluss gefasst, vom Ankauf des Burghofs und einer Beteiligung an dem Projekt abzusehen.

Begründet wird dies mit dem sehr starken Engagement der Stiftung beim Projekt Besucherzentrum Petersberg. Im ehemaligen Wachgebäude entsteht ein Informationszentrum zur historischen Bedeutung des Petersbergs. Der Bund stellt 300.000 Euro zur Verfügung. Die NRW-Stiftung finanziert den Betrieb der Einrichtung.

Der Bonner Unternehmer Marc Asbeck möchte den Burghof verkaufen und hatte deshalb bei Schloss Drachenburg angeklopft, dessen Eigentümerin die NRW-Stiftung ist. Für den Fall eines Ankaufs durch die Stiftung hatte es mit dem Rhein-Sieg-Kreis und der Stadt Königswinter bereits Gespräche über eine mögliche Nutzung des Burghofs durch den VVS als Wildniszentrum mit einer Ausstellung zu den Wildnisgebieten gegeben.

Nach dem Beschluss des Stiftungsvorstands ist das Thema für Lindlar erledigt. „Ich habe keine Veranlassung, irgendetwas zu unternehmen. Wenn Stadt und Kreis allerdings initiativ werden sollten, stehen wir für Gespräche bereit“, sagte er dem General-Anzeiger.

Über Nachzahlungsforderung unglücklich

Finanziell war das Jahr 2017 für den VVS ein gutes Jahr. Der Jahresabschluss weist ein positives Ergebnis von 44 901 Euro aus. Nach den Verlustjahren 2013 bis 2015 geht die Tendenz klar nach oben. Nicht glücklich ist Lindlar darüber, dass der Verein in diesem Jahr nachträglich 65 000 Euro für den Sicherheitszaun am Siegfriedfelsen an das Land überweisen musste, nachdem dieses mit einem Mahnverfahren gedroht hatte.

„Wir haben bezahlt, obwohl wir der Meinung sind, dass das nicht richtig ist.“ Bei dem Geld handelt es sich um nicht zuschussfähige Kosten für Arbeiten, die der Verein veranlasst hatte. „Wir haben zum Beispiel 25 000 Euro für ein Büro ausgegeben, das uns betreut hat. Dadurch sind dem Steuerzahler letztlich 400 000 Euro erspart worden“, so Lindlar zum GA. Die gesamte Maßnahme hatte am Ende 1,1 Millionen statt der geplanten 1,5 Millionen Euro gekostet.

Lindlar hofft nun, dass die beteiligten Städte Königswinter und Bad Honnef sowie die NRW-Stiftung für den Betrag aufkommen. Finanziell gut weggesteckt hat der Verein die Sanierung des Forsthauses Lohrberg, die über fünf Jahre gestreckt wurde. Zu den Gesamtkosten von 298 000 Euro steuerte die NRW-Stiftung 150 000 Euro bei.

Marode Hauptwasserleitung auf dem Oelberg

Eine größere Investition droht dem Verein, wenn die Hauptwasserleitung auf den Oelberg erneuert werden muss. Probleme gab es bereits 2010, als ein Schieber undicht war, und 2017, als sich eine Ablagerung löste und das Wasser eintrübte. Die Graugussleitung mit einem Durchmesser von acht Zentimetern wurde 1951 und 1952 gebaut.

Problematisch ist, dass der genaue Verlauf der Leitung unbekannt ist. „Wir werden irgendwann in die Situation kommen, dass die Leitung undicht wird“, meinte der stellvertretende Vorsitzende Gerhard Müller. 2019 soll die Kostenschätzung einer Firma für die Erneuerung der Leitung eingeholt werden. Im Haushalt 2017 wurde bereits eine Instandsetzungsrücklage in Höhe von 40 000 Euro eingestellt.

Seit Donnerstag hat der 1723 Mitglieder starke VVS ein drittes Ehrenmitglied. Neben dem Ehrenvorsitzenden Herbert Krämer und dem Ende 2017 verstorbenen Elmar Heinen wurde Hans Remig die Auszeichnung zuteil.

Der 90-Jährige hat als Vorsitzender des Vereins gegen die Schnellbahn im Siebengebirge erreicht, dass eine Trasse gebaut wurde, die die Belastung für den Naturpark erträglich macht. „Dem Siebengebirge und den Menschen wird weiter mein Herz gehören“, sagte Remig. Dafür gab es lauten Applaus der etwa 50 Versammlungsteilnehmer.