Ortstermin in Bad Honnef: Bürger sind unzufrieden mit Ampelschaltung an der Linzer Straße

Ortstermin in Bad Honnef : Bürger sind unzufrieden mit Ampelschaltung an der Linzer Straße

Seit rund vier Wochen läuft der Verkehr auf der Linzer Straße an der Einmündung Feilweg und Leybergstraße über eine Ampelanlage. Die Begeisterung der Anwohner indes hält sich in Grenzen. Das hat auch der aus diesem Grund anberaumte Ortstermin zum Ausdruck gebracht, zu dem die Stadtverwaltung am Montagnachmittag eingeladen hatte.

Knapp 50 Bürgerinnen und Bürger waren zu dem Treffen gekommen, das Bürgermeister Otto Neuhoff moderierte. Viele brachten ihren Unmut zum Ausdruck, der sich nicht nur auf die Ampelschaltung bezog, sondern auch auf das Zusammenspiel mit dem neuen Verteilerkreis, der sich in Sichtweite befindet. Bis dorthin bilden sich auch außerhalb des Berufsverkehrs schnell Staus, die den Verteiler, über den die Anwohner des Floßwegs auf die Linzer Straße gelangen, verstopfen.

Rolf Kleinloh ist überhaupt nicht zufrieden mit der neuen Straßenführung: "Die Lage hat sich deutlich verschlechtert. Der Verkehr fließt nicht mehr richtig und die stehenden Fahrzeuge sorgen dafür, dass die Luft wesentlich schlechter geworden ist", sagte der Anwohner an der Linzer Straße. Weil der Lärm zugenommen habe, habe er bereits stärkere Fenster für sein Haus bestellt. Da die Ampel

24 Stunden am Tag in Betrieb sei, erstrecke sich die Belästigung durch laufende Motoren auch auf die Nacht. Er steht nicht alleine da mit seiner Meinung.

Wenige Häuser weiter hat Stephanie Gaksch ihre physiotherapeutische Praxis. Ihre Kunden kämen mittlerweile oft zu spät, weil es sich so staut. "Das lief vorher viel besser." Heidi Schmitz wohnt "Am Weiher" und befürchtet, dass es noch schlimmer wird, wenn die Baustelle in Rheinbreitbach geräumt ist. Derzeit umfahren viele Rheinbreitbacher die Linzer Straße. Es gab allerdings auch positive Stimmen.

Ein Anwohner aus dem Feilweg schilderte, dass die Lichtanlage aus seiner Sicht eine Verbesserung der Sicherheit mit sich bringe. Als Autofahrer könne man mittlerweile ohne Gefahr von der Linzer Straße abbiegen. Und eine andere Bürgerin sagte, für ihre blinde Mutter sei die Fußgängerampel die einzige Möglichkeit, sicher auf die andere Straßenseite zu gelangen. Bürgermeister Neuhoff sagte: "Die verschiedenen Meinungen sind ein gutes Beispiel dafür, dass es um die Abwägung von Interessen geht."

Ampelanlage soll zur Probe anders geschaltet werden

Zuvor hatte der städtische Verkehrsplaner Markus Geuenich erläutert, welche Überlegungen der Ampelschaltung vorausgegangen waren. Der Hauptverkehr über die stark frequentierte Linzer Straße fährt nämlich aktuell nicht gleichzeitig in beide Richtungen, sondern zeitlich versetzt. "Wir verfolgen immer zwei Ziele: einen guten Verkehrsfluss und ein hohes Maß an Sicherheit für alle Verkehrsbeteiligten", sagte Geuenich. Die versetzte Schaltung erlaube den Abbiegern, zügig und sicher in Feilweg und Leybergstraße zu fahren.

Bloß gibt es in diesen Straßen recht wenig Anwohner. Ratsmitglied Manfred Rauw hatte mit der Stoppuhr innerhalb einer Minute keinen einzigen Abbieger feststellen können. Nach der Befragung der Bürger soll die Ampelanlage nun probeweise anders geschaltet werden. Dazu nahmen Neuhoff und Geuenich drei Anregungen mit: Der Verkehr auf der Linzer Straße soll in beide Richtungen gleichzeitig Grün zeigen.

Grüne Pfeile sollen den vorne stehenden Autos ermöglichen, trotz Rotlicht nach rechts in die Seitenstraßen abzubiegen. Und in den Nachtstunden will man sich für eine Abschaltung der Ampel stark machen. Zudem sagte Geuenich zu, die Einstellung der Videodetektoren zu kontrollieren. Sie messen das Verkehrsaufkommen und beeinflussen die Länge der Lichtphasen. Da die Linzer Straße eine Landesstraße ist, müssen diese Änderungen allerdings mit dem Landesbetrieb Straßenbau abgesprochen werden.

Am Dienstag steht die Ampel noch einmal auf der Tagesordnung des Verkehrsausschusses. Bis zum Frühjahr läuft die Ampel im Probebetrieb. Das Verkehrsaufkommen wird ausgewertet.

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