Kampagne "Respekt Bonn/Rhein-Sieg"

Bad Honnefer Helfer setzen Zeichen für mehr Respekt

Vertreter der Bad Honnefer Feuerwehr, des THW, DRK, der Malteser, Polizei und des Ordnungsamts wollen ein Zeichen setzen.

Vertreter der Bad Honnefer Feuerwehr, des THW, DRK, der Malteser, Polizei und des Ordnungsamts wollen ein Zeichen setzen.

Bad Honnef. Noch sind die Fälle, in denen sich Menschen gegenüber Helfern und Ordnungskräften in Bad Honnef respektlos verhalten, die Ausnahme. Doch ihre Zahl hat zugenommen. Grund genug für Rettungskräfte, Polizei und Ordnungsamt, ein Zeichen zu setzen.

Der Veilchendienstagszug in Aegidienberg dürfte den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr, die dort wie jedes Jahr Wagenengel stellen, nicht gerade in angenehmster Erinnerung sein. Denn eines der Mitglieder, das ehrenamtlich für die Sicherheit der Zuschauer am Wegesrand gesorgt hat, wurde von einem alkoholisierten Zuschauer nicht nur verbal, sondern auch körperlich angegangen und erhielt einen Schlag ins Gesicht.

„Solche Vorkommnisse sind bei uns zum Glück noch die Ausnahme. Aber sie nehmen überall zu“, so Bad Honnefs Feuerwehrchef Frank Brodeßer. Wehret den Anfängen: Mit einer konzertierten Aktion schlossen sich Freiwillige Feuerwehr, Technisches Hilfswerk (THW), Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Malteser Hilfsdienst, Ordnungsamt und Polizei in Bad Honnef jetzt der kreisweiten Kampagne an, in der mehr Respekt gegenüber Rettungskräften und Ordnungshütern gefordert wird.

Es war ein ungewohntes Bild an der Feuerwache an der Selhofer Straße. Nicht nur die Fahrzeuge der Feuerwehr, auch jene von THW, DRK, Maltesern, Ordnungsamt und Polizei standen am Freitagmorgen auf dem Vorplatz. Vertreter sämtlicher genannter Institutionen fanden sich ein, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen.

Martinshorn als Lärmbelästigung

Gestartet worden war die Kampagne einige Tage zuvor in Bonn: Vertreter des Rhein-Sieg-Kreises und seiner Städte und Gemeinden mit Landrat Sebastian Schuster an der Spitze, Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa und Mitglieder von Feuerwehr und Rettungsdiensten waren dazu zusammengekommen. Wer im Einsatz ist, um anderen zu helfen, darf nicht behindert, beleidigt oder auch tätlich angegriffen werden: Dafür soll die Kampagne jetzt sensibilisieren.

Übergriffe auf Mitmenschen nehmen generell zu, wie eine Statistik unter anderem des Bonner Polizeipräsidiums Bonn belegt. So verzeichnete die Behörde – zuständig für Bonn, Königswinter, Bad Honnef und den linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis – im vergangenen Jahr 400 Strafanzeigen wegen Körperverletzungen, Widerstand oder Beleidigungen. 15 Mal gab es zudem Anzeigen wegen Respektlosigkeit gegenüber Feuerwehrleuten, beim Bonner Ordnungsdienst sind es stets 30 bis 40 Anzeigen pro Jahr.

Ganz so massiv ist es zum Glück im Stadtgebiet Bad Honnef noch nicht. Die Anfänge aber seien schleichend, so Bad Honnefs Erster Beigeordneter Holger Heuser: „Rettungseinsätze werden oft als störend empfunden, das Martinshorn als Lärmbelästigung.“ Respekt vor der wichtigen, noch dazu ehrenamtlichen Arbeit der Helfer zeige sich aber auch schon darin, dass Rettungswege nicht zugeparkt oder Mitarbeiter des Ordnungsamtes nicht Ziel von Attacken werden. Insofern sei es wichtig, zu zeigen, „dass wir hinter dieser Kampagne stehen“, so Heuser. Das sei auch eine Frage der Wertschätzung einer Kommune gegenüber den Menschen, die einen wichtigen Beitrag für das Gemeinwesen leisten.

Und genau darum werden auch die Fahrzeuge, die am Freitag vor der Feuerwache standen, mit Aufklebern der Kampagne versehen. Denn für Respektlosigkeit gilt auch in Bad Honnef: Null Toleranz.